FeedSchenk (Aug.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Schenk (Aug.), namhafter Botaniker, geb. 17. April 1815 zu Hallein, besuchte die Universität München 1833—37, promovierte daselbst 1837 und setzte sodann seine Studien an den Universitäten Erlangen, Berlin und Wien fort. Im Wintersemester 18441½/42 habilitierte er sich für Botanik in München und wurde 1845 als außerord. Professor nach Würzburg berufen, wo er 1850 die ordentliche Professur für Botanik erhielt. Nachdem er 1866 einen Ruf nach Halle abgelehnt hatte, siedelte er 1868 als ord. Professor der Botanik und Direktor des botan. Gartens nach Leipzig über, welche Stellungen er seitdem bekleidet. In seinen Arbeiten wandte er sich vorzugsweise der Untersuchung der fossilen Pflanzen zu und zeichnete sich auf diesem Gebiete besonders dadurch aus, daß er unter steter Berücksichtigung der Pflanzengeographie und der neuern morphologischen sowie anatom. Forschungen einen klarern Überblick über Verteilung und Lebensweise der vorweltlichen Gewächse ermöglichte. Von seinen Schriften sind außer zahlreichen kleinern Abhandlungen, die in verschiedenen botan. Zeitschriften erschienen, besonders folgende zu erwähnen: (Beiträge zur Flora des Keupers und der rhätischen Formationo (Bamb. 1861), «Fossile Flora der Grenzschichten des Keupers und Lias Frankenso (Wiesb. 1866—67), 4Fossile Flora der nordwestdeutschen Wealdenformationo (Kassel 1871), Pflanzen aus der Steinkohlenformation und jurassische Pflanzen aus China (in Richthofen, «Chinav, Bd. 4, 1882), (Bearbeitung der vom Grafen Szechenyi auf seiner Reise nach China gesammelten fossilen Pflanzeny (1883). Außerdem gibt S. das (Handbuch der Botaniko (Bd. 1—3, Lpz. 1879— 86), sowie in Verbindung mit Luerssen «Mitteilungen aus dem Gesamtgebiete der Botanik» (Lpz. 1875fg.) und in Verbindung mit Zittel das Handbuch der Paläontologie (Heft 1 u. 2, Münch. 1884 —85) heraus, in welchem er die Phytopaläontologie bearbeitet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 322Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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