Scherer (Barthelemy Louis Joseph), franz. General, geb. 18. Dez. 1747 zu Delle bei Belfort, war der Sohn eines Fleischers. Er entwich dem väterlichen Hause, trat in die österr. Artillerie, entfloh aber aus Mantua und ging nach Paris. In der Revolution trat er als Offizier in die Artillerie und stieg 1791 zum Kapitän, 1794 zum Divisionsgeneral auf. Er kämpfte in der Sambre- und Maasarmee bei Fleurus, nahm die 1793 verloren gegangenen Festungen wieder ein und führte im September den rechten Flügel der Alpenarmee, dann der Armee unter Jourdan. Im Mai 1794 erhielt er an Perignons Stelle den Oberbefehl der Armee in den Ostpyrenäen, wo er 13. und 14. Juni über die Spanier einige Vorteile errang. Nach dem Frieden zu Basel trat er an die Spitze der Armee in Italien. Zwar siegte er 24. Nov. bei Loano; doch vermochte er weder den Erfolg zu benutzen, noch das elende Heer zu organisieren, weshalb er 23. Febr. 1796 das Kommando an Bonaparte abtreten mußte. Im Juli 1797 übertrug ihm das Direktorium das Ministerium des Kriegs, das man ihm aber 21. Febr. 1799 wieder abnahm, weil er Unterschleife duldete und für den Armeebedarf nachlässig sorgte. Er ging jetzt abermals als Oberbefehlshaber nach Italien, wo er jedoch von den Ssterreichern unter Kray im März und April hinter den Mincio und Oglio zurückgetrieben wurde. S. gab hierauf das Kommando an Moreau ab. Er starb auf seinem Landgute Chauny im Depart. Aisne 19. Aug. 1804. Zu seiner Rechtfertigung veröffentlichte er einen CCompte rendu au directoire exécutif sur l'administration de la guerre etc.v (Par.) und einen «Précis des opérations militaires de PLarmée d'Italie etc.o (Par. 1799).