Soult (Nic. Jean de Dieu), 4 von Dalmatien, franz. Marschall, geb. 29. März 1769 zu St.⸗Amans-la-Bastide im Depart. Tarn, trat 1785 in ein Infanterieregiment und wurde 1791 Offizier, 1792 in der Moselarmee Adiutant des Generals Hoche, bald darauf Stabschef des Generals Lefebvre. Im J. 1794 trat er in die Nordarmee und stieg 11. Okt. zum Brigadegeneral auf. Zur Division Lefebvre versetzt, führte er die leichten Truppen und wurde 1799 Divisionsgeneral. Massena übertrug ihm hierauf die Unterwerfung der Schweizerkantone. Nachdem er diesen Auftrag vollzogen, vereinigte er sich 1799 mit Masseéna bei Zürich, fiel, während der Obergeneral die Russen schlug, Über die sterreicher Un und verfolgte auch die russ. Heerestrümmer. Unter Massena übernahm er im März 1800 den Befehl über den rechten Flügel der Armee in Italien, half Genua verteidigen und wurde bei einem Ausfall verwundet und gefangen. Nach der Schlacht von Marengo in Freiheit gesetzt, übernahm er das Kommando in Piemont und unterdrückte dort den Aufstand. Im Febr. 1801 übernahm er den Befehl über die Armee, welche bis zum Frieden die neapolit. Küste besetzen mußte. Nach der Rückkehr ernannte ihn Bonaparte zum Generalobersten der Konsulargarde und im Aug. 1803 zum Oberbefehlshaber des Lagers von Boulogne. Nachdem er bei Errichtung des Kaiserreichs den Marschallsstab erhalten, befehligte er 1805 das 4. Armeekorps und entschied in der Schlacht bei Austerlitz den Sieg. Im Feldzug von 1806 befehligte er bei Jena den rechten Flügel, schlug 15. Okt. den Feldmarschall Kalckreuth und folgte Blücher nach Lübeck; dann kämpfte er in Preußen bei Pultusk und Preußisch-Eylau und besetzte 16. Juni 1807 Königsberg. Der Kaiser erhob ihn nach dem Frieden von Tilsit.zum Herzog von Dalmatien und schickte ihn 1808 nach Spanien. Dort übernahm S. den Befehl über die Armee du Centre und schlug 16. Jan. 1809 das brit. Heer bei Corufa. Anfang März ging er über den Minho und trieb das brit.⸗portug. Heer bis Oporto. An Jourdans Stelle zum Oberbefehlshaber in Spanien ernannt, schlug er 16. Nov. die Spanier bei Ocaña, nahm im Feldzug von 1810 Sevilla und trieb die Reste der span. Armee nach Cadiz. Im J. 181¹ eroberte er 11. März Badajoz, wurde jedoch 16. Mai von den Engländern und Portugiesen bei Albuera geschlagen. Im Juni drang er wieder nach Badajoz Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XIV. vor und nötigte Wellington zur Aufhebung der Belagerung. Als König Joseph im Aug. 1812 Madrid verließ, mußte auch S. aus Andalusien abziehen; die Vereinigung der Centralarmee mit den übrigen Korps nötigte jedoch Wellington zum Rückzug. Im März 1813 wurde S. nach Deutschland berufen, übernahm in der Schlacht bei Lützen den Befehl über die Gardeinfanterie und befehligte bei Bautzen die Mitte. Nach der Niederlage Köni Josephs bei Vittoria (21. Juni) kehrte S. seboch als Lieutenant de l'Empereur nach Spanien zurück und reorganisierte das Heer, vermochte aber nicht mehr, der feindlichen ÜUbermacht die Spitze zu bieten. Nach blutigen Gefechten an der Nivelle und Nive sah er sich im Dez. 1813 genötigt, nach Bayonne i0 weichen. Am 26. Febr. 1814 verlor er die Schlacht bei Orthez und mußte sich nun an die obere Garonne zurückziehen. Er stellte sein au⸗ das kaum noch 20000 Mann zählte, bei Tououse auf, wo er 10. April von Wellington geschlagen wurde. Als er den Sturz Napoleons erfuhr, unterwarf er sich Ludwig XVIII., der ihn 3. Dez. 1814 zum Kriegsminister ernannte. Bei der Rückkehr Napoleons von Elba mußte er jedoch seine Entlassung nehmen. Er trat wieder unter die Fahne des Kaisers und wurde dessen Majorgeneral der Armee. Nach der zweiten Restauration ging S. nach Düsseldorf in die Verbannung, durfte aber 1819 zurückkehren und ward 1827 zum Pair erhoben. König Ludwig Philipp ernannte den gefeierten Helden 17. Nov. 1830 an Gerards Stelle zum Kriegsminister, und S. begann nun mit Eifer die Ausbildung und Verstärkung des Heers. Nach Peériers Tode übernahm er im Mai 1832 den Vorsitz im Kabinett, indessen widersetzten sich der Finanzminister Human und die Kammern den von ihm für das Heer beanspruchten Ausgaben. Mißvergnügt entfernte er sich im Juli 1833 von den Geschäften, trat aber im Herbst wieder ein. In der Sitzung von 1834 mußte er sich abermals Streichungen im Budget gefallen lassen, und dies sowie seine Kriegslust rücksichtlich der Intervention in Spanien bewogen ihn, 18. Juli 1834 sein Amt niederzulegen. Im Mai 1839 übernahm er nach Molés Sturze abermals die Leitung und das Ministerium des Auswärtigen in dem liberalen Kabinett, welches schon im Jan. 1840 an einer Dotationsfrage scheiterte. Nach dem Rücktritt des Ministeriums Thiers ließ sich S. 29. Okt. 1840 nochmals ur Übernahme des Kriegsministeriums und des orsitzes im Kabinett bewegen, trat aber 1846 das Kriegswesen, im Sept. 1847 auch die Präsidentschaft ab. Noch ward er zum Marechal-General de France ernannt, eine Würde, die vor ihm nur Turenne und Villars bekleidet. Er starb 26. Nov. 1851 auf seinem Schloß St.⸗Amans-Soult. Seine berühmte Gemäldesammlung, die er in den span. Feldzügen zusammengebracht, trug bei der Versteigerung fast 1½ Mill. Frs. ein. Nach seinem Tode gab sein Sohn seine 1816 in Düsseldorf geschriebenen Mémoiresy (3 Bde., Par. 1854) heraus. Sein Sohn Napoléon S., Herzog von Dalmatien, geb. 1801, diente unter der Restauration im Generalstab und trat 1830 in den diplomatischen Dienst. Er war franz. Gesandter in den Niederlanden, dann zu Turin, seit 1844 bekleidete er die leiche Stelle zu Berlin. Er war vor der Revoution von 1848 Mitglied der Zweiten Kammer, 1850 der Legislativen Nationalversammlung, wo vatleben zurück und starb 31. Dez. 4e Bruder, Kriegen der Republik und des Kaiserrei Chenialdns und starb als Generallieutenant zu bes 7. Mai 1843. ISoumtet (Alexandre), franz. Dichter 60578 Castelnaudary im Depart. Aude 8. Fe 1 12• ward von Napoleon 1810 zum Auditor am Staatsrat ernannt. Eine rührende Elegie La pauvre tiller (1814) erwarb ihm die Gunst des Publikums und zwei Dichtungen, La découverte de la vaccined und Les derniers moments de Bayardo, wurden von der Französischen Akademie gekrönt (1815). Er besang die Restauration wie das Kaisertum und erhielt die Stelle eines königl. Bibliothekars zu Cloud. Nach 1830 feierte er das Julikönigtum und wurde Bibliothekar zu Compieègne. Er starb 30. März 1845. Er war 1824 in die Französische Akademie aufgenommen worden. Zwischen dem Klassizismus und dem Romantizismus s chwankend, glänzend und farbenvoll, aber schwülstig und meist ohne Eigentümlichkeit, verfaßte S. Tragödien, Lustspiele und epische Gedichte, welche aber der Vergessenheit anheimgefallen sind. Seine 4 Divine popéer (2 Bde., Par. 1840), ein mystisches prun-Gesängen. de la Barre), Manche, Arrondissement Station der Linie Westbahn, zählt (1881) hat Granitbrüche, Messerfabrikation, Papierlanger, mit engen Artath. Geistlichen. Die einen solchen Rock. welcher etwas kürzer ist und gewöhnlich als Soutanelle bezeichnet wird. (frz.) heißt eigentlich das größtenteils in den Erdboden versenkte Kellergeschoß, doch wird darunter meist ein nur zum kleinernTeile eingesenktes und namentlich zu Wohnungen, Küchen etc. eingerichtetes Erdgeschoß verstanden. Es dient wesentlich und Trockenlegen des ganzen Gebäudes. In sanitärer Beziehung ist fr Wohnungen im S. meist eine lichte Höhe von mindestens 2,60 m, wovon 1,60 m über der Erde sich befinden sollen, sowie Lage nach Süden und Südosten vorgeschrieben, außerdem Vorkehrung gegen Zutritt von im franz. Depart. links an der Se-Orléeans-Agen der Orléans2741(Gemeinde 4562) E. und hat Jahrh., Tuchfabri-Fabrikation von Eisen⸗ und Wein, Hanf etc. Saußhämpt'n, engl. Graf-Munizipalstadt, Parlamentsengl. Grasschaft d.), nach London, der bedeutendste Königreichs, Sta-Southwesternbahn, liegt an der mittlern Südküste Englands, 112 km (auf der Eisenbahn) südwestlich von London, auf einer von den Astuarien des Itchin und Teste oder Anton gebildeten Halbinsel, nördlich der Trissantonbay oder dem Sauthampton-Water. Diese Bai wird gebildet durch einen Seearm, der hinter der Insel Wight 15 km weit, vom Calshot-Castle bis Redbridge, gegen Nordwesten ins Land einschneidet, 1,½2 bis 3,7 kmubreit, in der Mitte 13 m tief ist und überall den größten Kauffahrteischiffen guten Ankergrund bietet. Von den alten Stadtmauern stehen noch drei Thore: Bar Gate, in der High Street, aus dem 11. Jahrh., in neuerer Zeit restauriert, ursprünglich das nördl. Stadtthor; South Gate, mit altem, jetzt als Gefängnis benutztem Turm, in der Nähe des Pier; West Gate. Die Neustadt hat viele geschmackvolle Gebäude, die unregelmäßige Altstadt viele glänzende Kaufläden und den lebhaftesten Handels⸗ und Schiffahrtaverkehr. S. ist überaus reinlich und gut mit Wasser versehen. Unter den 29 Kirchen und Kapellen sind bemerkenswert die St. Michaelskirche, deren schlanker Turm den Seefahrern als Landmarke dient, mit Taufstein aus dem 12. Jahrh.; die Kirche Holyrood; die schöne, 1792 im griech. Stil erbaute Allerheiligenkirche und die franz. Kapelle (in dem aus dem 12. Jahrh. stammenden Spital Domus Dei oder God's House) für die hier in Menge verkehrenden Bewohner der Normannischen Inseln. Die Stadt hat ein Rathaus, eine Lateinschule, drei Banken, ein Handwerkerinstitut, die Hartley-Institution für wissenschaftliche Zwecke mit Museum, Lesezimmer u. f. w., einen botan. Garten, Parks, die interessante Anstalt der engl. Landesaufnahme (Ordnance Survey and Map Office), ein Theater, ein Kranken- und ein Versorgungshaus und zählt (1881) eine Bevölkerung von 60235 E. S. besitzt Schiffswerfte in großen Docks (46 ha), sehr bedeutende Kutschenfabriten, mehrere Maschinenbau-Anstalten, auch Brauereien und Zuckersiedereien. Insbesondere wichtig ist es aber als Handelsplatz und (seit 1840) als Hauptstation der engl. Postdampfer. Unter andern Dampfschiffahrtsgesellschaften haben hier ihren Sitz die großartige Peninsular⸗ and Oriental-Steam-Navigation-Company und die Royal-Mail-Steam-Packet Company; erstere besitzt 50 Dampfer von je 2016 bis 4800 Registertons und 250—850 Pferdekräften, letztere 27 Dampfer von 1015 bis 3805 Registertons mit 160 — 600 Pferdekräften. Außerdem besteht von S. aus direkte Dampfschifffahrtsverbindung mit Neuyork, Havre, Bremen und Hamburg. Jährlich kommen 8—900 Postdampfer an. Durch die Eisenbahn ist S. ein Außenhafen von London geworden und der Landungs- und Ausladeplatz für die edeln Metalle und andere Wertprodukte aller Erdteile. Im J. 1879 besaß die Stadt selbst 319 Schiffe von 71233 t. S. ist Sitz eines deutschen Konsulats. Die Umgebung der Stadt, wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und Vegetationsfrische berühmt und der 4Garten Englands» genannt, hat zahlreiche Villen. im nordamerik. Staate Indiana, liegt am St. Joseph-Fluß, an der Lake-Shore⸗ und Michigan⸗