FeedJoubert (Barthelemy Catherine)
GeschichteBrockhaus 1882

Joubert (Barthelemy Catherine), franz. General, geb. 14. April 1769 zu Pont-de-Baux (Depart. Ain), sollte zu Dijon die Rechte studieren, als die Revolution ausbrach. J. trat im Dez. 1791 in ein Freiwilligenbataillon und wohnte dem Feldzug von 1792 in der Rheinarmee bei, wo er Lieutenant wurde. Im J. 1793 zum Kapitän befördert, kämpfte er in der Alpenarmee und geriet in sardin. Gefangenschaft. Bald entlassen, wurde er 1794 in der Armee von Italien als Generaladjutant angestellt und 1795 zum Obersten und Brigadier und bald darauf zum Brigadegeneral ernannt. Im Feldzug von 1796 gewann er Bonapartes Vertrauen und wurde 1797 Divisionsgeneral. Ihm wurde die wichtige Stellung von Rivoli anvertraut, die er bei Alvinczys zweitem Entsatzversuch von Mantua 12. Jan. 1797 tapfer verteidigte, bis Bonaparte ihm Verstärkung brachte und 14. Jan. den Sieg bei Rivoli gewann. J. übernahm die Verfolgung und eroberte 3. Febr. Trient. Unter heftigem Widerstand drang er 20. März durch das Etschthal in das Eisack⸗ und Pusterthal und vereinigte sich 8. April bei Villach mit Bonaparte. Nachdem er kurze Zeit den Befehl in Holland, dann in Mainz geführt, übernahm er im Okt. 1798 an Brunes Stelle den Oberbefehl über die Armee von Italien, besetzte Piemont und bewog den König von Sardinien zur Abdankung. Ebenso wollte er Toscana zur Republik machen. Allein das Direktorium trat dieser eigenmächtigen Handlungsweise entgegen. J. begab sich nach Paris, erhielt aber bald an Moreaus Stelle den Oberbefehl in Oberitalien. Im Juli 1799 ging er zur Armee ab mit dem Befehl, Suworow baldmöglichst eine entscheidende Schlacht zu liefern. Er versammelte dazu seine ganze Streitmacht in einer starken Stellung bei Novi, wo er 15. Aug. plötzlich angegriffen wurde. J. fiel gleich nach Beginn der Schlacht. Moreau übernahm den Befehl, wurde aber geschlagen. Die Gebeine J.s ließ später Bonaparte in dem Fort La Malgue bei Toulon beisetzen, das seitdem Namen trägt. ä ouffroy (Theodore Simon), franz. Publizist und Philosoph, geb. 7. Juli 1796 zu Pontets, einem Dorfe des Jura, studierte 1814 auf der Normalschule zu Paris ander 0r und wurde 1817 Maitre de conférences an der Normalschule. Im J. 1824 gründete er mit Paul Francois Dubois und Damiron das Journal Le globen, 1829 wurde er als Suppléant zur Professur der alten Philosophie berufen, bis ihm nach der Julirevolution die Vorlesungen über die Geschichte der modernen Philosophie übertragen wurden. Zu gleicher Zeit wurde er auch bei der Normalschule Lehrer der Philosophie, 1832—37 war er am Colleége de France Professor. Als Cousin Minister des Unterrichts wurde, ernannte er J. zum Mitglied des Universitätsrats. Als Deputierter von Pontarlier (Depart. Doubs), das er seit 1831 in der Kammer vertrat, gehörte er zu den Doctrinaires. J. gab die „Isquisses de philosophie morales von Dugald-Stewart (Par. 1826) und die Oeuvreso von Reid (6 Bde., Par. 1836) mit wertvollen Einleitungen heraus. Seine «Mélanges philosophiqueso (Par. 1833; 5. Aufl. 1875), von denen nach seinem Tode eine neue Folge erschien (1843; 3. Aufl. 1872), enthalten die wichtigsten seiner im (Glober erschienenen Artikel. Von seinen Vorlesungen an der Sorbonne erschien der Cours de droit naturelo (4. Aufl., 2 Bde., 1866). Er starb 1. März 1842.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 894Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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