FeedSchilfglaserz oder Freieslebenit
BaukunstBrockhaus 1882

Schilfglaserz oder Freieslebenit, ein seltenes, in schilfartig krummflächigen, stark vertikal gestreiften Säulen des monoklinen Systems krystallisierendes, auch derbes und eingesprengtes Erz von stahlgrauer bis schwärzlich bleigrauer Farbe, der Härte 2 bis 2,5 und dem spezifischen Gewicht 6,1 bis 6,35. Die chem. Analysen führen auf die Formel (Pb, Agz), Sb.Srr, was sich deuten läßt als 5(Pb, Agzr)S + SbrSg, entsprechend 22,9 Proz. Silber, 32,9 Blei, 25,5 Antimon und 18,7 Schwefel, sofern das Verhältnis des Bleies zum Silber wie 3:4. Als Fundpunkte sind bekannt Freiberg, Felsöbanya in Ungarn, Hiendalaencina in Spanien. Bemerkenswert ist, daß die Substanz des S. auch in rhombischen Formen mit geringerm spezifischem Gewicht auftritt, also dimorph ist, in der letztern Modifikation als sog. Diaphorit, auf den Erzgängen von Przibram und bei Zancudo in Columbia (Südamerika).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 353Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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