FeedSchlucken
TierreichBrockhaus 1882

Schlucken, auch Schluckser oder Schlucksen (singultus), bezeichnet ein eigentümlich schallendes, unwillkürliches, krampfhaftes Einatmen, welches durch stoßweise erfolgende Zusammenziehungen des Zwerchfells hervorgebracht wird, infolge deren die Luft eigentümlich tönend durch die Stimmritze einströmt. Dieser Zwerchfellskrampf findet sich nach überladung oder Erkältung des Magens, bei Entzündungen des Bauchfells, aber auch infolge von Reizung der Zwerchfellsnerven, welche z. B. vom Gehirn oder Rückenmark aus oder durch Reflex von entferntern Nervenpartien her bedingt sein kann. Gegen schwere Fälle werden starke Riechmittel, Senfteige auf die Magengegend, eiskalter Champagner, sowie die Anwendung der Elektricität und der narkotischen Mittel empfohlen. Das Schluchzen, welches sich zum heftigen Weinen gesellt, ist dem Schluckser nahe verwandt und beruht ebenfalls auf hastigen Zwerchfellskontraktionen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 416Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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