Schreck (pavor) heißt eine herabstimmende, lähmende Einwirkung, welche der Geist durch plötzliche Wahrnehmung gefahrdrohender Dinge oder Zustände erfährt. Die Wirkung des S. auf den Organismus ist bald geistig-körperlich lähmend (3. B. das Herz), starr und unthätig machend, bald führt sie zu Reflerbewegungen (Krampf), bald zu einer mehr oder weniger unwillkürlichen Anstrengung zum Fliehen. Die durch das Erschrecken entstandenen Krampfformen (Epilepsie, Veitstanz, Asthma u. s. w.) haben das Eigentümliche, daß sie regelmäßig wiederkehren können, zu Gewohnheitskrämpfen werden und dann unheilbar bleiben. Das Aufschrecken der Kinder im Schlafe (pavor nocturnus) ist eine meist ganz bedeutungslose Erscheinung; man lasse solche Kinder nicht im dunkeln Zimmer schlafen, damit nicht ihre Phantasie in den In sichtbaren Gegenständen die Umrisse grauenhafter Schreckbilder sieht, und suche sie durch besonnenes Zureden zu beruhigen, da Schelten und Strafen meist fruchtlos und schädlich sind. Bei gesunden Erwachsenen kommt Aufschrecken während des Einschlafens vor nach Überanstrengung, nach überladen des Magens, vorzüglich aber nach Rauchen zu starken Tabaks vor dem Niederlegen.