FeedSchmiedeberg
ErdkundeBrockhaus 1882

Schmiedeberg, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, 15 km im SO. von der Kreisstadt Hirschberg, in dem hoch ansteigenden Thale der Eglitz, am Fuße der Schneekoppe, 455 müber dem Meere gelegen, Station der Linie S.⸗Hirschberg der Preußischen Staatsbahnen, dehnt sich 5 kKm lang zaus und wird als klimatischer Kur- und Vergnügungsort im Sommer und Winter wegen der böhm. Grenzbaudenfahrten von Fremden viel besucht. Die Stadt ist Sitz eines Amtsgerichts, hat eine evang. und eine kath. Kirche, eine Präparandenanstalt, eine Privatirrenanstalt und zählt (1885) 4551 meist prot. E. Nahe der Stadt liegen, von Parkanlagen umgeben, die Schlösser Neuhof des Prinzen Reuß und Ruhberg des Fürsten Czartoryski. Der Ort wird urkundlich zuerst 1355 erwähnt, wurde 1513 durch Wladislaw von Böhmen zur Stadt, 1747 durch Friedrich d. Gr. zur freien Bergstadt erhoben. Früher war S. berühmt durch seine Eisen- und Leinenwaren. S. hat Teppichfabrikation, Seiden⸗, Plüsch⸗, Chenille-, Damast⸗, und Leinenweberei, Leinen⸗ und Kattundruckerei, Kerzen⸗, Wachs⸗ und Spielwarenfabrikation, Zinngießerei, Dampf- und Wassermangeln, Leinen⸗ und Baumwollbleichen u. s. w. Die Ausbeutung der reichen Magneteisensteinlager oberhalb der Stadt wird auf den Gruben Bergfreiheito und Vulkanv betrieben und liefert einen Ertrag von ½ — 1 Mill. Ctrn. Erz jährlich. — Das nahe im SW. an der Lomnitz gelegene Dorf Krum hübel (mit 570 E.) ist der Hauptsitz der Sammler von Apothekerkräutern des Hochgebirges.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 432Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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