FeedSchminke
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Schminke, ein Kollektivname für Mischungen, deren Anwendung in die Geheimnisse der Toilettenkünste eingreift. Meist bestehen diese pulverförmigen Mischungen aus Stärkemehl, besonders Reismehl (Poudre de riz), dem Mehl von geschälten und ausgepreßten Mandeln und Nüssen, Talk- oder Specksteinpulver, Wismutoxyd und Zinkoxryd, welche beim Gebrauch entweder vermittelst eines Hasenpfötchens aufgetragen oder mit einem Bausch von Schwanenpelz auf die Haut gebracht werden. Mit Karmin, Karthamin (dem Farbstoff des Saflors) oder gewissen Teerfarben, wie Cosin, versetzt, bilden diese Gemische die rote Schminke. Zur Erhöhung der Röte der Lippen dient eine verdünnte Lösung von Karmin in Salmiagkgeist und Rosenwasser. Das rote Schminkpapier, ebenso auch die echte span. Schminkwolle enthalten durchgängig Karthamin (Rouge végétal, Rose végétale), unbedingt den der Haut am wenigsten nachteiligen Farbstoff. Das in neuerer Zeit von Erfurt aus in den Handel gebrachte rote Schminkmittel war ein aus Harnsäure dargestelltes Präparat, welches den Namen Schnouda führte. Die blaue Schminke für die Adern ist eine Mischung von Talkpulver mit feinstem Berlinerblau. Von den gewöhnlichen S. sind verschieden die Fettschminten (mit Mandelöl versetzte Schminkpulver), deren Anwendung sich nur auf das Theater beschränkt; sie werden nicht nur in festen Stangen, sondern auch als weichere Masse in Porzellandosen verkauft. Hamburg, Berlin und Leipzig liefern namentlich derartige kosmetische Präparate.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 435Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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