FeedAmhara
ErdkundeBrockhaus 1882

Amhara, einst der Name einer Provinz Abessiniens, welche von J. Ludolf und im wesentlichen noch von J. Bruce als zwischen den Provinzen Begemeder, Angot, Walaka und Godscham liegend beschrieben wird, ist infolge der neuern Gestaltun der dortigen polit. Verhältnisse und im Anschlu an das Herrschaftsgebiet der Amharischen Sprache d.) der Gesamtname für den centralen Teil des abessin. Alpenlandes um den Tzanasee her geworden. Es umfaßt namentlich die Landschaften Dembea im N. des Sees, Begemeder und dann Lasta im O., Mätscha und weiterhin Godscham im S. des Sees. Als Hauptstadt gilt jetzt Gondar (. d.) in Dembea, welches im Laufe des 18. Jahrh. sich zur Kapitale des abessin. Reichs uhara. hatte. Die Bewohner des Landes, die Amhäras, gehören zur äthiop. Abteilung der semit. Rasse und zeichnen sich aus durch sehr breiten Schädel, schönes Auge, wenig entwickeltes Gesicht, vorspringende Humtfarbe krauses Haar und meist olivenbraune autfarbe. Sie sind die heitersten und gewecktesten Abessinier. Von A. ging seit 1850 die Erhebung des Dedshadsch Käsa, des spätern Theodor II., Kaisers von ganz Abessinien . d.), aus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 552Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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