Schönebeck, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Magdeburg, Kreis Kalbe, 15 km im Südwesten von Magdeburg am linken Elbufer, Station der Linien Magdeburg-Leipzig und S.⸗Staßfurt der Preußischen Staatsbahnen, zeichnet sich durch Betriebsamkeit und Lebhaftigkeit aus, ist regelmäßig gebaut, Sitz eines Amtsgerichts, hat ein Realprogymnasium und eine höhere Töchterschule und zählt (1885) 13316 E. Außer der großartigen königl. Saline, miteiner jährlichen Produktion von 1½ Mill. Centner Salz, die bedeutendste des europ. Kontinents, sind von industriellen Etablissements noch besonders hervorzuheben: die großartige Hermannsche chem. Fabrik, welche mit etwa 300 Arbeitern die verschiedenartigsten chem. Präparate, namentlich Soda, Chlorkalk, Glaubersalz und Säuren produziert; ferner die Bleiweiß⸗ und Sagofabrik, die Zündhütchenfabrik (vormals Sellier und Bellot, jetzt Aktiengesellschaft), zwei Knopffabriken, die Allendorffsche Bierbrauerei, die Lecksteinfabrik, zwei chem. Fabriken, drei Maschinenfabriken, mehrere Ziegeleien, Branntweinbrennereien, Lackfabriken u. s. w. Der Handel erstreckt sich vorzüglich auf Landesprodukte, Holz und Kohlen. Ende Febr. 1876 wurden von den 700 Häusern, welche die Stadt damals besaß, von der Hochflut der Elbe 600 fast vollständig unter Wasser gesetzt und viele ½7 zerstört. Seit den Zeiten Friedrichs d. Gr. ist S. mit Großsalze und Frohse durch Kolonistenstraßen zu einem Dreieck verbunden. chöneberg bei Berlin, Pfarrdorf und südwestl. Vorort Berlins, im Kreise Teltow des preuß. Regierungsbezirks Potsdam, Station der Berliner Ringbahn, zählt —— 11180 E. und hat die Kaserne des Eisenbahnregiments, eine Privat-Sternwarte, eine Heilanstalt (Maison desanté), das Elisabeth-Krankenhaus, die Kinderbewahranstalt Zionshilfe, Fabrikation von Papierwäsche, Emaillewaren, Chemikalien, eine Eisenbahnwagen-Bauanstalt, eine Bierbrauerei, Gartenbau mit Samenhandel und eine Filiale der engl. Gasanstalt zu Berlin. Hier lebte 1819—38 Adalbert von Chamisso.