Harburg, Kreisstadt im Landdrosteibezirk Lüneburg der preuß. Provinz Hannover, 10 km südlich von Hamburg, am linken Ufer der bis hierher für Seeschiffe fahrbaren Süder-Elbe, dem südl. Arm der Elbe, über welche eine 625 mlange Eisenbahnbrücke führt, Station der Linien Hamburg-Bremen (Venlo) und Lehrte-Lüneburg-H. der Preußischen Staatsbahnen und der Unter-Elbeschen Eisenbahn (d.⸗Curhaven), ist Sitz eines Hauptzo amts mit zollfreier Niederlage, eines Amts, eines Amtsgerichts, einer Oberförsterei, eines königl. Eisenbahnbetriebsamts, einer Generalsuperintendentur und einer Handelskammer, hat ein früher befestigtes Schloß, welches 1524—1642 Residenz der harburger Linie des Hauses Lüneburg war, ein Realgymnasium, eine Handels⸗ und Gewerbeschule und (1880) 19071 meist evang. E., welche bedeutenden Handel und Fabrikindustrie treiben. Letztere erstreckt sich besonders auf Jute, Piassava, Kokosnußöl, Gummi- und Guttaperchawaren, Chemikalien, Leder, aus Palmkernen, Alaun, Soda, Cement, Glas, Stärke, Tabak, Cigarren, Maschinen, eiserne Kessel, Gußeisenwaren u. s. w.; auch sind drei bedeutende Schiffswerften vorhanden. Der Eigenhandel 5.8 ist namentlich mit Kolonialwaren, Heringen, Wein, l, Thran, Bauholz, Steinkohlen, Thonerde und Lumpen bedeutend. Der Speditionshandel und die Seeschiffahrt haben in neuerer Zeit durch die Konkurrenz Hamburgs abgenommen; 1882 iefen 446 Schiffe mit 56087 Registertons ein und 581 mit 55 734 Registertons aus. Auf dem Flusse kamen 7628 Fahrzeuge mit 210598 Registertons an und 7517 mit 205 506 Registertons gingen ab. Der Personenverkehr mit Hamburg und Altona wird außer der Eisenbahn noch durch vier Dampfer und durch Dampffähren über Wilhelmsburg vermittelt. Den Handel unterstützen eine Filiale der Hannoverischen Bank (Umsatz 1882 67 Mill. Mark), eine Reichsbanknebenstelle (Umsatz 24 Mill. Mar ) und ein Vorschußverein (Umsatz 2½ Mill. Mark). H. gehörte früher zum Erzstift Bremen, erhielt 1297 Stadtrechte, wurde 1376 mit dem Fürstentum Lüneburg vereinigt, mit welchem es 1705 an Hannover und 1866 an Preußen kam. — Der Kreis Harburg zählt auf 1487 qkm (1880) 76 869 C., darunter 1081 Katholiken und 261 Juden. „Harburg, Städtchen im bayr. Regierungsbezirk Schwaben, Bezirksamt Donauwörth, an der Wörnitz und an der Linie Pleinefeld-Augsburg-Buchloe der Bayrischen Staatsbahnen, zählt (1880) 1262 meist evang. E. Dabei liegt auf einem Hügel ein großes wohlerhaltenes Schloß der Fürsten von Wallerstein.