FeedSchouw (Joachim Friedr.)
AllerleiBrockhaus 1882

Schouw (Joachim Friedr.), ausgezeichneter dän. Naturforscher und hervorragender Politiker, geb. 7. Febr. 1789 zu Kopenhagen, widmete sich seit 1808 auf der dortigen Universität dem Studium der Jurisprudenz, beschäftigte sich aber daneben eifrig mit Naturwissenschaften, besonders der Botanik. Er trat 1813 als Kanzlist in den dänischen Staatsdienst. Nach der Rückkehr von einer laud, Waam wissenschaftlichen Reise in Deutschland, Frankreich und Italien habilitierte er sich 1820 an der Universität zu Kopenhagen und wurde 1821 außerord., später ord. Professor der Botanik und 1841 Direktor des botan. Gartens. Er starb 28. April w1852. Unter seinen Schriften sind von besonderer Wichtigkeit: Grundträk til en almindelig Plantegeographies (Kopenh. 1822; deutsch, Berl. w1823), &Skildring af Veirligets Tilstand i Danmark» (Kopenh. 1826), Beiträge zur vergleichenden Klimatologies (Kopenh. 1827), „Curopa. Physisch-geogr. Schilderungs (deutsch, Kopenh. 1833; dänisch, 1832; 2. Aufl. 1835), (Tableau du climat et de la végétation d'Italiep (Bd. 1, Kopenh. 1839, mit Atlas), Natur-Skildringer» (2 Tle., Kopenh. 1839 —45; deutsch von Zeise, Lpz. 1851), Pröver paa en Jordbeskrivelser (GRopenh. 1851; deutsch von Seebald, Berl. 1851). Im I 1835 wurde er als Vertreter der Universität zum Mitgliede der dän. Ständeversammlungen zu Roeskilde und Viborg ernannt, denen er 1836, 1838 und 1840 präsidierte, auch in der grundgesetzgebenden Versammlung von 1848 bis 1849 war er Vorsitzender. Auch wirkte er in liberaler Tendenz in der von ihm herausgegebenen Dansk-Ugeskrift (S Bde., Kopenh. 1831—36; Fortsetzungen, 8 Bde., Kopenh. 1842—46) und «Dansk Tidskriftz (Kopenh. 1847—51). Seine eherne Büste, von Bissen modelliert, wurde auf dem Fruekirke-Platz in Kopenhagen 1857 errichtet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 485Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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