FeedMolbech (Christian)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Molbech (Christian), ausgezeichneter dän. Sprach⸗ und Geschichtsforscher, geb. 8. Okt. 1783 zu Soröe, erhielt 1804 eine Anstellung bei der königl. Bibliothek in Kopenhagen. Im J. 1806 wurde er Mitredacteur des von der dän. Akademie der Wissenschaften veranstalteten kritischen (Wörterbuchs der dän. Sprachev. Nachdem er 1829 die Professur der Litteraturgeschichte an der Universität erhalten, wurde er 1830 zum Mitgliede der Direktion der königl. Schauspiele ernannt, in welcher Stellung er bis 1842 verblieb. Seit 1846 Etatsrat, starb er 23. Juni 1857 zu Kopenhagen. Von seinen histor. Arbeiten sind hervorzuheben: „Geschichte des dithmarsischen Kriegso Gopenh. 1813), die mit N. M. Petersen herausgegebene „Auswahl bisher ungedruckter dän. Diplome und Briefschaften aus dem 14. bis 16. Jahrh. v (Bd. 1, Kopenh. 1842—43) und «Historiske Aarböger til Oplysningsi Nordens, särdeles Danmarks hittorier (2 Bde., Kopenh. 1845—48). Auch gab er „Foreläsninger over Historiens Philosophie v (2 Bde., Kopenh. 1840—41) heraus und lieferte viele Beiträge in die von ihm herausgegebene „Nordisk Tidsskrift for Historie, Literatur og Konsto (4 Bde., Kovenh. 192.96, sowie in die Historisk Tidsskrifto der von ihm 1839 gestifteten Dansk historisk Foreningo. Schätzbare Beiträge zur Geschichte der dän. Dichtung sind M.s (Foreläsninger over den danske Poesied (2 Bde., 1831—32). Von der nachhaltigsten Bedeutung sind M.s sprachwissenschaftliche Arbeiten. Nachdem er bereits 1813 ein Dansk Hand-Ordbogd veröffentlicht, ließ er das Danst Ordbogo (2 Bde., Kopenh. 1833; 2. Aufl. 185459) erscheinen, das den ganzen neuern dän. Sprachschatz vorführt. Außer der trefflichen histor. Arbeit «Det danske Sprogs historiske Udviklingo Gopenh. 1846) schlossen sich an das bahnbrechende Dansk Dialect-Lexicon »(Kopenh., 1833—41) und das Dansk Glossarium» (Kopenh. 1853fg.), ein Wörterbuch der veralteten dän. Worte. Auch lieferte er mehrere kritische Ausgaben der ältesten dän. Sprachdenkmale. Sein Sohn, Christian Knud Frederik M., geb. 20. Juli 1821 zu Kopenhagen, wirkte 1853 —64 als Professor der dän. und nordischen Sprache und Litteratur zu Kiel und machte sich litterarisch durch Reiseschilderungen, sowie als lyrischer Dichter (Dämringo, Kopenh. 1852) und durch eine Übersetzung von Dantes Divina Commeédias bekannt. Sein Schauspiel Ambrosiuso (deutsch von Strodtmann) ward 1880 in Berlin gegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 797Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6