Schwanzlurche, s. Molche. Schwanzmenscheu. Sehr alt und verbreitet sind die Angaben, daß es geschwänzte Menschen, geschwänzte und auch hierin den Affen nahe verwandte Völker gebe. Ragt, wie dies bei den meisten Säugetieren der Fall ist, abwärts oder hinter den durch die Anheftung des Beckengürtels in ein Kreuzbein umgewandelten Wirbeln ein Rest der Wirbelsäule und dessen Umkleidung frei aus dem Körperumriß vor, so wird dieser Abschnitt Schwanz genannt. Der sehr wechselnde Gebrauch oder Nichtgebrauch dieses Körperabschnitts, der bald als Stütz⸗ oder Greiforgan, als Ruder, Kelle (Biber), als Waffe, Balancierstange benutzt wird, ist für diesen Begriff ohne Bedeutung. Das erwähnte Herausragen einer Reihe postsakraler Wirbel aus dem Körperumriß ist bei dem menschlichen Embryo frühester Monate eine ganz regelmäßige, längst l bekannte Thatsache, und dem menschlichen Embryo würde insofern der Besitz eines Schwanzes oder eines schwanzähnlichen Anhangs nicht abzusprechen sein. Die Frage, ob auch einzelnen Erwachsenen, ja Völkern ein Schwanz zuzuerkennen ist, hängt großenteils von der Definition dieses Wortes ab, und es wurde diese Frage neuerdings sehr verschieden und zum Teil in tendenziöser Weise beantwortet. Man wird echte, komplette Schwänze und imperfekte Schwänze, sowie bloße schwanzähnliche Anhänge sehr verschiedener Art zu unterscheiden haben. Bei vielen als geschwänzt bezeichneten Völkern erwiesen sich die als Schwänze gedeuteten Anhänge als Kostümschwänze (angebundene Zieraten u. dgl.).