FeedSchabe
TierreichBrockhaus 1882

Schabe nder eine Insektengattung aus der Unterordnung der laufenden Geradflügler, ist durch einen flachen Leib, verlängerte Beine mit dornigen Schienen, ein vorn abgerundetes Halsschild, welches zugleich den Kopf wie ein Dach bedeckt, und lederartige vieladerige Flügeldecken ausgezeichnet. Die Weibchen sind fast ungeflügelt und legen, meist nur einmal im Leben, eine verhältnismäßig sehr große Eikapsel in Form eines länglichen Mantelsacks, die 37—40 Larven auskriechen läßt. Die Arten dieser Gattung sind lästige, sehr schnell laufende Tiere, welche sich in unsere Wohnungen eindrängen, am Tage sich lichtscheu in Ritzen, Löchern und Winkeln besonders an warmen Orten, wie in Küchen, in der Nähe der Backöfen u. s. w. verbergen, aber sobald das Licht erloschen ist, scharenweise hervorkommen, sich geräuschlos über Tisch und Bänke verbreiten und die unverwahrten Eßwaren aller Art benagen. In Deutschland ist die Küchenschabe oder Brotschabe Glatta s. Periplaneta orientalis, Tafel: Insekten IV, Fig. 32), auch Kakerlak, un lauge 3 auch Schwabe genannt, der widrige und lästige Feind der Eßwaren. Sie ist 2—3 em lang, lederbraun und das Weibchen sehr kurz geflügelt. Dieselbe soll aus dem Orient eingewandert sein und ist jetzt vorzüglich bei Bäckern und Schmieden sehr verbreitet. Enten und VoI fressen gern S.; auch vertilgt man sie durch Verstopfung der Löcher, Legen von Leimruten und durch Töpfe, in welche man Eßwaren legt, und die man außen mit Tüchern umwickelt, damit die S. leichter an den Rand gelangen können und hineinfallen. Auch das Ubergießen ihrer Schlupfwinkel mit kochendem Wasser ist ein sehr wirksames Mittel. Die deutsche Schabe (Blatta germanica), welche auf dem Brust-Ie zwei schwarze Längsflecken hat und 10 mm ang ist, findet sich nur einzeln in den Wäldern. Die lappländische Schabe (Blatta lapponica) thut den Fischvorräten der Lappländer häufig Schaden. Aber noch weit schädlicher ist die Riesen0 abe GBlabera gigantea) in Amerika, welche ort in mehrern Gegenden eine Landplage ist. Manchmal wird auch die Kellerassel (Kelleressel und Mauerassel) als S. bezeichnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 282Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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