FeedSchwanzähnliche Hautanhänge
NaturlehreBrockhaus 1882

Schwanzähnliche Hautanhänge, die keine der Wirbelsäule zugehörigen Elemente einschließen, haben, so schwanzähnlich die in mehrern anatom. Sammlungen aufbewahrten Exemplare ihrem äußern Umriß nach sind, mit einem wirklichen Schwanze nichts zu schaffen. Aber es sind bei erwachsenen Menschen verschiedener Rassen freie, zapfenförmige Hervorragungen des untern Endes der Wirbelsäule, die beim Sitzen Unbequemlichkeiten, zum Reiterdienst untauglich machen, wiederholt und mit Bestimmtheit beobachtet worden, und es ist Sache der Konvenienz, ob man diese Bildungen als Schwanz oder als schwanzähnliche Hervorragung bezeichnen will. Es ist denkbar, ja wahrscheinlich, daß solche Bildungen bei einzelnen Völkern häufiger vorkommen. Aber die genauesten Forscher geben zu, daß ein derartiger Anhang, der eine vermehrte Anzahl von Wirbelelementen einschließt und somit als atavistische Bildung aufzufassen wäre, bis jetzt bei keinem erwachsenen Menschen mit Sicherheit nachgewiesen ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 544Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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