Schweinfurth (Georg Aug.), namhafter Naturforscher, Geograph und Afrikareisender, geb. 29. Dez. 1836 zu Riga, besuchte das Gymnasium daselbst, wohin sein Vater aus Wiesloch bei Heidelberg 1803 übergesiedelt war. S. studierte in Heidelberg, München und Berlin (1857—62) und unternahm Reisen durch Osterreich, Rußland und durch die Insel Sardinien. Hierauf bewerkstelligte er 1864—66 eine Exrorschungsreise der Flora des Nilgebietes. Zwei Jahre verbrachte er dann zu Berlin mit der Bearbeitung der Ergebnisse und trat hierauf 1868, unterstützt durch die Humboldt-Stiftung in Berlin, eine zweite, der Erforschung der Länder an der westl. Nilwasserscheide geltenden Reise an. In Chartum gelang es ihm, mit dem kopt. Großhändler Ghattas einen vorteilhaften Vertrag abzuschließen, durch welchen es dem Reisenden gestattet wurde, sich einer zu Anfang 1869 abgehenden Expedition nach dem Gazellenflusse anzuschließen. Er durchstreifte die Gebiete der Dinka, Dijur und Bongo und unternahm dann eine Rundztour durch das von zahlreichen Flüssen bewässerte Gebiet zwischen dem Djur und Bahr-el-Gebel. Jan. 1870 betrat er das Gebiet der Niam-Niam, durchzog deren Land und besuchte dann das Gebiet der Monbuttu, wo er längere Zeit verweilte und mit den benachbarten Negerstämmen und dem sonderbaren Zwergvolk der Akka bekannt wurde. Auch entdeckte er hier und auf der Reise durch das Land der Monbuttu den mächtigen Uellefluß, den S. als den Oberlauf des in den Tsadsee mündenden Schari auffaßte, während neuere Forschungen die Frage wegen seiner Zugehörigkeit zum Congo noch offen lassen. Auf der Rückreise hatte er im Dez. 1870 das Unglück, seine Tagebücher und einen Teil der reichen Sammlungen —— — eine Feuersbrunst zu verlieren. Nach einem gefahrvollen Rückwege durch meist noch unbekannte Länder traf er Juli 1871 in Chartum ein. Im Juli 1872 kehrte er nach Berlin urück, wo er ed mit der Abfassung eines großen eiseberichts beschäftigte. Unter dem Titel Im Herzen von Afrikap (2 Bde., Lpz. 1874; neue, um: gearbeitete Ausg. in 1 Bd., Lpz. 1878) erschien dieses in sieben Sprachen übersetzte Werk. S.s Sammlungen bereicherten in erheblichem Maße die berliner Museen, namentlich das botanische, das anatomische, ethnologische und mineralogische. Im Winter 1873 bis Frühjahr 1874 war S. mit der topogr. und botan. Erforschung der großen Oase (el-Chargeh) in der Libyschen Wüste beschäftigt. Im Winter 1874 —75 folgte S. einem vom Chedive Agyptens an ihn ergangenen Rufe nach Kairo, wo er eine Geographische Gesellschaft gründete. Seit dieser Zeit nahm S. seinen dauernden Aufenthalt in Kairo. ußer der Bearbeitung seiner reichen botan. Sammlungen aus Centralafrika beschäftigt ihn daselbst vor allem die Aufhellung der noch so gut wie unerforscht gebliebenen östl. Wüste, zwischen Nil und Rotem Meer, durch welches Gebiet er 1876 —86 zwölf Streifzüge ausgeführt hat, die in ihren reichen Sammlungsergebnissen lediglich dem königl. mineralogischen Museum in Berlin zugute kamen. Während der Beschießung Alexandrias durch die Engländer am 11. Juli 1882 wäre S. beinahe ein Opfer der Vollsrache geworden, entkam aber glücklich aus der von einer Pöbelrotte bedrängten Wohnung. Von S.s Schriften, in zahlreichen Fachzeitschriften zerstreut, sind als selb:ständige, außer dem großen Reisewerke, zu nennen: «Plantae quaedam niloticaen (Berl. 1862), (Beitrag zur Flora Athiopiens (Berl. 1867), „Reliquiae Kotschyanaen (Berl. 1868), KArtes