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ErdkundeBrockhaus 1882

Scrauton, die drittgrößte Stadt des nordamerik. Staates Pennsylvania, liegt im County Luzerne, im Lackawannathale, 240 km westlich von Neuyork und an verschiedenen Eisenbahnlinien. Die Stadt verdankt ihren raschen Aufschwung den zahlreichen Kohlenzechen und den großen Walz⸗, Schmelz- und Eisenwerken. Sie wurde 1840 inkorporiert, hatte 1860 nahezu 10000, 1870 über 35000 und 1880 schon 45850 E., worunter 3153 Deutsche, 142 Farbige und 2 Chinesen. Hauptprodukte der Ben ei sind Nägel, Lokomotiven, Maschinen, fen, Feilen, Wagen, Leder, Messingwaren, Kessel u. s. w. Die Stadt hat 2 tägliche und 6 wöchentliche Zeitungen, 12 Banken, 33 Kirchen, 30 öffentliche Schulen, 1 Nonnenkloster, 1 Opernhaus, 2Wohlthätigkeitsanstalten, 2 Wasserwerke, 1öffentliche Bibliothek, 1 Park und die größte jetzt existierende Sammlung von indianischen Altertümern. Vgl. History of Luzerne Countys (Neuyork 1880). Theaterdichter, geb. 24. Dez. 1791 zu Paris, studierte anfangs die Rechte, entschied sich aber bald für die Laufbahn eines dramatischen Dichters. Im J. 1811 erlitt er mit seinem ersten Stück, WLes Dervisb, eine Niederlage, die ihn jedoch nicht entmutigte, obschon mehrere andere darauf folgten. Endlich erreichte er einen vollständigen Erfolg mit dem Stück Une nuit de la garde nationale (1816), welches er in Gemeinschaft mit Delestre-Poirson verfaßt hatte. Gleichen Erfolg hatten «Flore et Zéphired, Le comte Orys (1816), (Le nouveau Pourceaugnach, Le solliciteuro (1817), kleine Singlustspiele (Comédies-Vaudevilles), die auf dem Vaudevilletheater und den Variétés aufgeführt wurden. Die Gründung des Gymnase (Theätre de Madame, 1820) verschaffte S. einen neuen Markt. Delestre-Poirson, welcher dieses Theaterprivilegium erlangt hatte, schloß mit S. einen lange dauernden Kontrakt und sicherte sich seinen Namen und seine Feder. S. lieferte für das Gymnase etwa 150 Stücke, die unter dem Titel Répertoire du Théatre de Madamep eine eigene Sammlung bilden. Um einen solchen Verbrauch 0 bestreiten, hatte S. eine förmliche Werkstatt anlegen müssen, wo eine Menge ständiger und außerordentlicher Mitarbeiter thätig waren, indem dieser den Grundgedanken, jener den Plan, der eine den Dialog, der andere die Couplets lieferte. An ihrer Spitze standen Germain Delavigne, S.s ehemaliger Schulfreund, und Melesville. Zu diesen kamen H. Dupin, Brazier, Varner, Legouvé, Bayard, Carmouche, Xavier u. s. w. Mit großer Leichtigkeit und Beharrlichkeit zum Arbeiten begabt, leitete S. alles, lieferte bald den ersten Entwurf, bald überlas und bearbeitete er das Werk und arbeitete es nötigenfalls um. Die Revolution von 1830 störte diese blühende litterarische Thätigkeit. S. war schon früher auf dem Theätre Frangais mit kleinbürgerlichen Sittenkomödien aufgetreten, wie Valeriep (1822) und (Le mariage d'argento (1827). Jetzt versuchte er l es auf dieser Bühne mit der polit.⸗satirischen Komödie und versetzte der neuen Regierung seine Nadelstiche in Bertrand et Ratonp (1833). Sodann folgten auf demselben Theater mehrere seiner berühmtesten Stücke: „La camaraderie und Une couvreuro (1849), Les contes de la reine de Navarren (1851), Réves d'amouro (1859) u. s. w. In einem andern Genre erzielte S. ebenfalls große Erfolge, nämlich im Opernlibretto. Mit seinen verschiedenen Mitarbeitern bediente er 30 Jahre lang alle pariser Operntheater und hatte seinen Anteil an den namhaftesten Hervorbringungen der gleichzeitigen Musik. Er lieferte die Texte für La neigey (1823), La Dame blanches (1825), (La Muetten (1828), Fra Diavolop (1830), Robert le Diabley Le domino noiro (1841), Le prophètep (1849), „L'étoile du Nordo (1854) und mehr als 50 andere Opern. Auch hat man von ihm mehrere Novellen und Romane: «Carlo Broschio, Le roi de Carreauo, Piquillo alliagao, Le filleul d'Amadiso, Fleurette la bouquetière (1860) u. s. w. S. wurde 1834 Mitglied der Französischen Akademie. Er starb zu Paris 20. Febr. 1861. S. hatte zwar vielen, aber keinen eigentlich poetischen Geist, ferner besaß er weder Begeisterung noch Schwung; aber sowohl der Meister wie seine Schüler waren außerordentlich geschickt in der Anlage und dem Aufbau eines Bühnenstücks. S.8 Werke sind ohne feinere oder tiefere Charakterschilderung, ohne Originalität im Dialog; dagegen verstand niemand beßeer als er ein Ereignis durch eine Reihe von Verwickelungen hindurchzuführen, die er mit bewundernswürdiger Kunstfertigkeit auflöste, nachdem er eine oder zwei Stunden hindurch die Aufmerksamkeit der Zuschauer in gespannter Erwartung gelassen. Alle Stücke S.s und seiner Mitarbeiter, selbst die am wenigsten guten, zeichnen sich durch die Sicherheit ihrer Entwickelung aus. Hieraus erklärt sich, daß S.s Werke viele Jahre lang Europa befriedigten und noch jetzt beliebt sind. Man schätzt die Zahl der von ihm allein oder mit andern gearbeiteten Bühnenstücke auf etwa 350; fast alle sind besonders oder gesammelt in verschiedenen Ausgaben des Théatre de S. (10 Bde., Par. 1856—59 u. öfter) abgedruckt. Eine neue vollständige Gesamtausgabe seiner Schriften erschien 1874 fg. Vgl. Legouvé, Eugène 8.v (Par. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 626Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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