Sangir, Sangirinseln, eine zur niederländ. Residentschaft Menado auf der hinterind. Insel Celebes gehörige Kette kleiner Eilande, die sich zwischen der Nordostspitze von Celebes und der Insel Mindanao (Philippinen) von 2 bis 3 nördl. Br. erstreckt. Die Inseln nehmen etwa 715 akm ein und zählen gegen 30000 E. malaiischer Rasse, welche unter sechs Radschas oder Fürsten stehen. Die bedeutendsten Inseln sind Großsangir, Siau und Taümisch⸗ Sie sind sämtlich gebirgig, zum Teil vulanisch, meist gut bewohnt und angebaut. Aus den eckigen Kratern der beiden Vulkane Siau und Ruang (bei Tagulanda) steigen fortwährend Schwefeldämpfe auf. Erderschütterungen sind sehr häufig. Es kommen aber auch sehr gefährliche Eruptionen vor. Sehr verderblich war der Ausbruch vom 2. März 1856, wo der für erloschen gehaltene und daher mit Wohnungen besetzte und gutgebaute Gunong Awu auf Großsangir unerwartet einen so heftigen Ausbruch hatte, daß von den 6000 E. der Insel die Hälfte durch Ergüsse von Lava und heißem Gewässer das Leben verlor. Die gesamte Bevölkerung der Insel bekennt sich zum Christentum.