Seegras oder Wasserriemen, Wier (Zostera L.)] heißt eine Gattung der Wasserpflanzen aus der Familie der Najadeen. Die Blätter sind schmal-grasartig und die einhäusigen Blüten bestehen bloß aus hüllenlosen Staubgefäßen und Stengeln, welche einem auf dem Mittelnerv der obern Seite eines am Grunde gespaltenen Blattes entspringenden Kolben eingefügt sind. Zu ihr gehört das gemeine Seegras (L. marina), welches auf dem sandigen Grunde fast aller Meere Wiesen bildet, ausdauernd ist und im August blüht. Die Stengel sind schlaff, 0,6 bis 1 m lang, am Grunde kriechend und die Blätter der unfruchtbaren AÄste bandförmig,‚ 0,3 bis 0,6 m und darüber lang und dreinervig. Da diese Pflanze größere Mengen von Kali und Phosphorsäure enthält, so benutzt man sie in den Küstengegenden als Dünger; getrocknet wird sie unter dem Namen S. in den Handel gebracht und zum Polstern u. s. w. verwendet. Zuweilen dient sie auch ihres Jodgehalts wegen als Material zur Darstellung des Jod. Die borstenförmigen überbleibsel alter Blätter werden von den Meereswellen abgerissen und zu leichten, braungelben, oft faustgroßen Kugeln zusammengeballt, welche sonst unter dem Namen Meerbälle in den Abpotheken aufbewahrt und gegen Kröpfe und Hautkrankheiten als Heilmittel gebraucht wurden. S. wird in Deutschland auch ein in Wäldern auf undurchlassendem Boden häufig wachsendes Riedgras (Carex brizoides L.) genannt, das man in Württemberg, Baden und im Elsaß sammelt und ebenfalls als Polstermaterial benutzt.