FeedEryngium
PflanzenreichBrockhaus 1882

Eryngium, eine von Tournefort benannte Pflanzengattung aus der Familie der Umbelliferen. Ihre zahlreichen, über einen großen Teil der Erde verbreiteten Arten sind meist dornige, distelförmige, kahle Kräuter mit aund lange ästigem, wenig beblättertem Stengel und langgestielten Wurzelblättern. Ihre kleinen Blüten sind in halbkugelige, von dornigen, langen Hüllblättern umringte Köpfchen gestellt und einem spreublätterigen Fruchtboden eingefügt, ihre Früchte umgekehrt-eiförmig, vom Lelchaum gekrönt, an den Seiten beschuppt. Die verbreitetste Art in Europa ist E. campestre L., die sog. Mannstreu oder Brachdistel, eine auf Sandboden und Kalkboden in Deutschland fast überall wachsende, ausdauernde Pflanze, von hell graugrüner Farbe, deren sehr ästige Stengel 30 em hohe, von Dornen starrende Büsche bilden. Ihre lederartigen, starren Blätter sind dreizählig, zerschnitten, die Blüten weiß oder Leiene Ihre Wurzel wurde ehedem bei Unterleibsstockungen, Schleimflüssen und Geschwulst der Füße als eröffnendes und zerteilendes Mittel angewendet. Eine sehr schöne Pflanze ist das auf den Dünen am Strande der Ost⸗ und Nordsee und auch des Mittelländischen Meers wachsende E. maritimum L., die blaue Meerwurz, deren Wurzelstock sonst als harntreibendes Mittel in Gebrauch war und deren fleischige Frühjahrsschossen wie Spargel genossen werden können. Stengel und Blätter sind blaugrün, die Blüten und die breit-eiförmigen, gelappten, dornigen Hüllblätter schön blau. Einige Arten haben ganz azurblau angelaufene Stengel, Aste, Deckblätter und Blüten, z. B. E. amethystinum L. aus Südeuropa, welches nicht selten als Zierpflanze kultiviert wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 330Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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