Crambe L., Pflanzengattung aus der Familie der Cruciferen, besteht aus Kräutern, Halbsträuchern und Sträuchern der gemäßigten Zone beider Hemisphären mit kleinen, in Trauben oder Rispen gestellten weißen Blüten und nicht aufspringenden, zweifächerigen, gegliederten Schötchen, deren unteres Glied (Jach leer, das obere größere, kugelförmige einsamig ist. Zu dieser Gattung gehört der Meer⸗„See-oder Strandkohl (C. maritima J.), ein perennierendes, am Strande der Ostsee sowie an den vom Atlantischen Meer bespülten Küsten Europas wildwachsendes Kraut, welches bei gehöriger liefert und deshalb in England schon lange kultiviert wird. Diese Pflanze hat einen vielköpfigen, Ausläufer treibenden Eundindin langgestielte, rundliche, ur0e u grundständige Blätter von blaugrüner Farbe und etwas hat blatt Beschaffenheit, einen bis 60 om hohen, fast blattlosen, rispig verzweigten Stengel und kleine, weiße, in kurze Trauben gestellte Blüten, deren längere Staubfäden an der Spitze gabelteilig sind. Als Gemüse benutzt man nur die jungen, gebleichten Schossen, welche Giedche und wie Spargel zubereitet werden. Das Bleichen, wodurch sie zart und saftig werden, bewirkt man dadurch, daß man die im März oder April hervorbrechenden Schossen mit einer Strohkappe umgibt und sie so vergeilen läßt. Sind sie 16 —20 em Doah geworden, so schneidet man sie ab. Die Stöcke kann man in dieser Weise viele Jahre intereinander benutzen, doch nicht vor dem dritten Jahre nach der Aussaat. Man vermehrt die Pflanze am bequemsten durch Zerteilung der Stöcke oder Verpflanzen von Wurzelschossen. Nur in Ermangelung solcher zieht man sich Pflanzen aus Samen in Mistbeeten, welche man später in Abständen von je 60em verpflanzt. Neuerdings hat sich die Kultur des Meerkohls auch in Deutschland mehr eingebürgert. Eine andere bemerkenswerte Art ist der spitzblätterige oder tatarische Meerkohl (C. tataria Jacg.). Derselbe hat einen doultige bis meerrettichartigen Wurzelstock, fiederspaltige bis fiederteilige, ei dem Stengel in der Jugend steifhaarige, sehr starre Blätter von schön grüner Farbe und ebenfalls rispig gruppierte Blütentrauben. Diese Art wächst im östl. Europa wild und kommt noch in Mähren vor. Ihre mildschmeckende Wurzel wird in Ungarn in der Weise wie die Selleriewurzel zu Salat benutzt, auch samt den Blättern gekocht als Gemüse verspeist.