Sehwinkel oder Gesichtswinkel heißt der Winkel, welchen die Randstrahlen des gesehenen Gegenstandes miteinander einschließen und dessen Scheitel im Auge nahe der hintern Grenzfläche der Linse liegt. Je kleiner der Gegenstand ist oder je weiter er vom Auge absteht, desto kleiner wird der S. Dieser bestimmt also nur die scheinbare Größe der Gegenstände, während zur Angabe ihrer wahren Größe auch ihre Entfernung vom Auge erforderlich ist. Die hell leuchtenden Fixsterne werden noch unter unmeßbar kleinen S. wahrgenommen, wogegen für mäßig leuchtende Objekte zur Wahrnehmung ein S. von etwa 30 Bogensekunden notwendig ist.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 664Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei