FeedDrainröhre
TechnikBau-Lexikon 1881

Drainröhre, f., Drainagerohr, n., frz. tuyau m. de drainage, engl. drain-pipe, draining-pipe. 1. Das Formen derselben geschieht auf der Drainröhrenpresse, engl. pipemachine. Diese, auf einem fahrbaren Gestell in Mannshöhe ruhend, besteht im wesentlichen aus zwei an einem Ende offenen, am andern mit keilförmig abgeschrägten Formbüchsen versehenen Cylindern. Die Formbüchsen sind nach dem Cylinder zu offen, während sich am andern Ende eine über die Formbüchse übergreifende u. an dieselbe festgeschraubte Formplatte befindet; diese Formplatte hat eine Reihe Löcher, welche der äußeren Peripherie der Röhren entsprechen; innerhalb der Formbüchse aber befindet sich eine Reihe Dornen, welche die innere Peripherie verfolgen. Beide eben beschriebene Theile können abgeschraubt und durch andere mit veränderten Durchmessern vertauscht werden. Außerdem befindet sich ungefähr auf dem 3. Theil der Länge des ganzen Cylinders ein siebartiges Gitter, durch welches der Thon mittels eines Druckkolbens gepreßt wird. Die Formbüchsen können behufs der Füllung mit Lehm oder Thon abgeschraubt werden; auch hat man meist deren drei, so daß eine, während die Maschine in Bewegung ist, gefüllt werden kann; die Maschine reinigt u. formt den Thon zu gleicher Zeit; die Bewegung der auf einer Zahnstange befindlichen Kolben wird durch ein zwischen beidenCylindern angebrachtes Schwungrad geregelt, an welches eine Kurbel befestigt ist, die in jene Zahnstange eingreift und abwechselnd den Lehm in den zwei Cylindern in Röhrenform durch die Formöffnung treibt. An jedem Ende der Maschine ist ein Gestell mit kleinen Walzen angebracht, auf welchem die aus der Formplatte fertig herauskommenden Röhren aufruhen können, und welches je nach Stärke der Röhren höher oder tiefer geschraubt werden kann. Auf jedem Cylinder befindet sich außerdem ein Ventil, welches beim Zurückziehen der Kolben die nöthige Luft einläßt. Die bei anderen derartigen Maschinen oft so umständliche Reinigung des Gitters geschieht hierbei durch einen einzigen Schaberstrich, in dem Augenblick, woman die Cylinder wechselt; drgl. Maschinen führt z. B. Mechaniker Schlosser in Paris aus. — 2. Das Brennen geschieht in Brennöfen, welche den Ziegelöfen ähnlich sind, und müssen die Rohre sehr vorsichtig eingesetzt werden, damit sie sich nicht werfen od. stauchen. I8. Urainziegel, m. frz. tuile f. courbe avec semelle, engl. draining-tile. Zum Drainiren von Deichböschungen, Eisenbahndämmen etc. werden häufig statt der Drainirröhren besonders hierzu geformte Hohlziegel mitflacher Unterlage verwendet, die obigen Namen führen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 177Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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