Selenblei, ein bleigraues mildes Erz, aus Pbse mit 72,4 Proz. Blei und 27,6 Selen bestehend, welches dem regulären System angehört, wie aus der hexandrischen Spaltbarkeit der Individuen in den klein- und feinkörnigen Aggregaten, sowie aus der chem. Analogie mit dem Bleiglanz geschlossen wird; deutliche Krystalle finden sich nicht. Bisweilen wird ein Teil des Bleies durch Silber, selbst bis zu fast 12 Proz. vertreten. Auf der Kohle dampft es, gibt Selengeruch, färbt die Flamme blau und beschlägt die Kohle grau, rot, zuletzt auch gelb; es schmilzt nicht, sondern verflüchtigt sich allmählich bis auf einen ganz kleinen Rückstand; mit Soda auf Kohle im Reduktionsfeuer geschmolzen, gibt es metallisches Blei; in Salpetersfäure ist es löslich und zwar unter Abscheidung von Selen, wenn die Säure erwärmt wird. Man kennt das S. von verschiedenen Orten des Harzes (Tilkerode, Zorge, Lerbach, Clausthal), auch von Mendoza in der Argentinischen Konföderation.