Senkowskij (Ossip Iwanowitsch), Orientalist und russ. Schriftsteller, geb. 31. März 1800 unweit Wilna, bereiste 1819—21 die Türkei, Kleinasien, Agypten und Nubien und diente bei der russ. Mission in Konstantinopel. Nachdem er 1821 dem Asiatischen Departement in Petersburg zugeteilt worden, wurde er 1822 zum Professor der orient. Sprachen an der Unipersität Wilna ernannt und in demselben Jahre in gleicher Eigenschaft an der Universität zu Petersburg angestellt Im J. 1847 trat er in den Ruhestand. Seine litterarische Thätigkeit begann S. mit den Collectaneao (2 Bde., Warsch. 1824—25), enthaltend Auszüge aus türk. Historikern zur Geschichte Polens. Diesen folgten unter anderm das „Supplément à l'histoire des Huns, des Turles et des Mongolso (Petersb. 1824) und die gegen Ham-Mustafa-Aga (Petersb. 1828). Darauf trat er unter dem Pseudonym Baron Brambäus mit seinen Phantastischen Reiseno, einer Sammlung von Novellen und satirischen Skizzen, hervor (neue Aufl., 3 Bde., Petersb. 1840), welche vielen Beifall fanden. Zugleich beteiligte er sich an dem Russischen encyklopäd. Lexikonv, dessen Herausgabe er seit 1838 besorgte. Im J. 1834 übernahm er die Redaction der von dem Buchhändler Smirdin verlegten «Lesebibliotheko, in der er seine Romane: „Der Fall des Reiches Schirwand (1842) und «Die vollkommenste Frau » (1845) veröffentlichte. Auch übersetzte er Moriers «Hajji Babo ins Russische (2. Aufl., 4 Bde., Petersb. 1845). Er starb 16. März 1858 zu Petersburg. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien in 9Bänden (Petersb. 1859).