FeedSchlawenzütz
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schlawenzütz, s. unter Ujest. Schlechta⸗-⸗Wssehrd (czech. Slochta-Vährd; Ottokar Maria, Freiherr), Orientalist, geb. 20. Juli 1825 zu Wien, trat 1842 in die k. k. Orientalische Akademie daselbst und 1848 als Attaché der österr. Internuntiatur zu Konstantinopel in den öffentlichen Dienst. Im J. 1860 kehrte er aus Konstantinopel nach Wien zurück, wo er 1861 zum Wirkl. Legationsrat und Direktor der Orientalischen Akademie ernannt wurde. Eine von ihm zusammengebrachte wertvolle Sammlung orient. Manuskripte wurde der kaiserl. Bibliothek einverleibt. S. ist einer der vorzüglichsten Kenner der pers. und türk. Sprache. Er gab den «Frühlingsgarteno des pers. Dichters Dschami mit deutscher übersetzung (Wien 1816), sowie Übertragungen von Saadis «Fruchtgarten⸗ (Wien 1852) und Ibn-Jemins „Bruchstücken» (Wien 1852; 2. Aufl. 1881) heraus. Auch besorgte er die Korrektur und die Herausgabe von Flügels Katalogo der orient. Handschriften der genannten kaiserl. Bibliothek und Rosenzweigs Diwan des Hafyzv. S. selbst verfaßte in türk. Sprache ein Buch des Völkerrechts» (2 Bde., Wien 1847), wohl das einzige Werk, welches von einem Ausländer in diesem Idiom veröffentlicht wurde. Später veröffenthcht: er ein Manuel terminologique-françaisottomanp (Wien 1870), eine Sammlung diplomatischer, kommerzieller und finanzwissenschaftlicher Ausdrücke und Redensarten, eine Sammlung von übersetzungen orient. Gedichte unter dem Titel Neue Bruchstückeß (Wien 1881) und Die Revolutionen zu Konstantinopel in den J. 1807 und 13087, eine Geschichte der türk. Reformbestrebungen (Wien 1883). Seit 1870 fungierte S. als Generalkonsul in Bukarest und als Hofrat im wiener Ministeriun der auswärtigen Angelegenheiten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 377Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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