FeedSequoia Endl.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Sequoia Endl., Pflanzengattung aus der Familie der Coniferen, Abteilung der Taxodieen. Man kennt zwei Arten, die beide nur in Californien einheimisch vorkommen, aber in vielen Gegenden als Zierbäume kultiviert werden. Es sind Bäume von riesigen Dimensionen, sie gehören zu den größten Baumformen, die überhaupt bekannt sind; besonders gilt dies von den sog. Mammutbäumen (Mammoth trees) der Sierra Nevada, Sequoia gigantea Endl. (Wellingtonia gigantea Lindl., oder Washingtonia gigantea Winsl.); dieselben werden durchschnittlich gegen 100 m hoch, doch wird diese Höhe von einzelnen Exemplaren noch bedeutend überschritten; der sog. Vater des Waldes, der schon seit längerer Zeit umgestürzt ist, war 144 m hoch und hatte am Grunde einen Umfang von 35 m. Er ist hohl im Innern und diese Höhlung ist so weit, daß ein Mensch bequem bis auf eine Strecke von etwa 50 m hineingehen kann. Ein anderer ebenfalls umgestürzter und hohler Baum bietet in seinem Innern genügend Raum, um darin herumreiten zu können; er hat deshalb den Namen Reitschule erhalten. Das Alter dieser Baumriesen ist natürlich ein sehr hohes, und wenn auch die Angaben darüber schwanken, so läßt sich doch wohl mit Sicherheit annehmen, daß einzelne Exemplare einige Jahrtausende alt sind. Der obengenannte Vater des Waldes sollte nach einigen Untersuchungen gegen 6000 Jahre alt sein, doch ist diese Angabe jedenfalls zu hoch, da die Bäume ein sehr lebhaftes Dickenwachstum und infolge dessen breite Jahresringe haben; immerhin dürfte sich in Wirklichkeit das Alter jenes Baumes auf etwa 2000 Jahre belaufen. An mehrern Stellen des westl. Teils der Sierra Nevada kommen größere und kleinere Gruppen vor und zwar ungefähr in derselben Höhe über dem Meere, nämlich gegen 1500 muhoch. Da die Anzahl der noch vorhandenen größern Exemplare eine nicht sehr bedeutende ist, so wurde das Fällen derselben verboten und die sog. Mammuthaine als Nationaleigentum erklärt. Das Holz besitzt keine große Festigkeit, doch widersteht es lange Zeit dem Verfaulen; es hat eine rötliche Farbe, welche der des Mahagoniholzes gleicht. Die andere Art Sequoia sempervirens Endll. (Taxodium sempervirens Lamb.) ist zwar auch auf die Gebirgsgegenden Californiens beschränkt, hat aber daselbst eine ausgedehntere Verbreitung. In der Höhe der Stämme steht sie der vorigen etwas nach, doch gehören Exemplare von 90 m nicht zu den Seltenheiten. Sie unterscheidet sich von Sequoia gigantea besonders durch kleinere Zapfen und durch die Form der Blätter; während bei der letztern die Blattform an diejenige von Cupressus erinnert, indem die einzelnen Blätter in der Regel schuppenförmig aneinander liegen, bei Sequoia semperrirens dagegen in zwei Reihen stehen und bedeutend länger sind. Das Holz dieser Art ist gleichfalls rötlich gefärbt und wird als Bauholz verwendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 708Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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