Siebengebirge, ein auf dem rechten Rheinufer südlich von der Sieg sich erhebendes Gebirge, welches das Nordwestende des Westerwaldes bildet, in der Gegend der Stadt Königswinter im preuß. Regierungsbezirk Köln sich hinzieht und seinen Namen von einer Gruppe von hohen Basalt⸗, Dolerit- und Trachytkegeln erhalten hat, die aus der etwa 55 gkm bedeckenden Bergreihe weit hervorragen. Die bedeutendsten derselben sind: der Große Ölberg 464 m, die Löwenburg 459, der Lohrberg 440, der Nonnenstromberg 336, der Petersberg 334, die Wolkenburg 328 und der Drachenfels 325 m hoch über dem Spiegel der Nordsee. Andere zählen auch den Hemmerich, die Rosenau, den Breiberg oder den Zankberg statt des Lohrbergs in die Kette. Die besuchtesten :sind der Drachenfels, welcher sich steil aus dem Rhein erhebt, ferner die Löwenburg mit ihrer prächtigen Waldkuppe und der Olberg. Ebenso ist die alte Abtei Heisterbach das Ziel sehr vieler Vergnügungsfahrten. UÜberhaupt zeichnet sich die Gegend durch ihre Anmut in dem Wechsel der Scenerien, sowie durch Sagenreichtum und histor. Erinnerungen aus. Nach Norden öffnet sich die weite niederrhein. Ebene; nach den andern Gegenden breiten sich die Gebirge der Eifel, des Westerwaldes und das Flußthal aus. Durch das Thal zerstreut liegen eine Menge von Landhäusern reicher kölner, elberfelder und krefelder Familien. Für die Fremden empfiehlt sich das am Fuße des Gebirges reizend gelegene Städtchen Königswinter als Absteigequartier. Hier werden auch Trachytsteine verarbeitet. Am südl. Abhange des Drachenfels und im nahen Menzenberg wächst guter Rotwein; der edlere führt den Namen Drachenblut. Die alten Burgen auf dem Drachenfels, der Wolkenburg, der Löwenburg (1881 niedergelegt) im S., sowie die auf dem Rolandseck und auf dem Godesberge, links vom Rhein, die fast alle im 12. Jahrh. errichtet wurden, waren einst Festen des kölner Erzstifts. Vgl. Dechen, «Geognost. Führer in das S.v (Bonn 1861); Müller von Königswinter, «Sommertage im S.v (Kreuznach 1867).