FeedSiebenpunkt
TierreichBrockhaus 1882

Siebenpunkt (Coccinella septempunctata, Tafel: Insekten J, Fig. 29), s. unter Coccinelle. malene e hießen nach der Legende sieben Jünglinge, Maximianus, Malchus, Serapion, Dionysius, Johannes, Martinianus und Konstantinus, welche sich, um einer Christenverfolgung unter Kaiser Decius 251 zu entgehen, in eine noch jetzt gezeigte Höhle im Berge Kalion bei Ephesus verborgen hatten, daselbst einschliefen, vermauert wurden und erst 446 nach zufälliger Wiedereröffnung der Höhle unter Theodosius II. wieder aufwachten und dann, nachdem sie vor dem herbeigeeilten Bischofe Martin und dem Kaiser selbst das Wunder bezeugt hatten, vom Glorienscheine der Heiligkeit umgeben starben. Die Sage, welche, wie die Verehrung der sieben Heiligen selbst, weit durch den Orient, bis zu den Abessiniern hin, verbreitet ist und auch in einer „Die Höhler überschriebenen Sure des Korans begegnet, erscheint auch schon frühzeitig im Abendlande, zuerst in dem Sendschreiben Gregors von Tours an den Bischof Sulpitius von Bourges um 870, dann in den griech. Menologien. Die Acta Sanctorumv erzählen sie unter dem 27. Juli. Paulus Diakonus versetzt sie merkwürdigerweise nach Deutschland. Auch in altfranz. und altdeutscher Sprache gibt es mehrere Bearbeitungen der Legende, von denen eine gereimte deutsche, wohl noch dem 13. Jahrh. angehörende durch Th. von Karajan herausgegeben worden ist (Von den siben slafäreno, Heidelb. 1839). Der Gedächtnistag der S. fällt in der röm. Kirche jetzt auf 27. Juni, in der griech. auf 4. Aug. Vgl. Koch, «Die Siebenschläferlegende, ihr Ursprung und ihre Verbreitungo (Lpz. 1883). „Merkwürdig ist die Beziehung dieser Heiligen auf die Witterung; während sie bei den Mohammedanern als Beschützer des Seewesens galten, knüpft sich im Abendlande, besonders in Deutschland, daran der trotz aller gegenteiligen Wahrnehmungen noch immer nicht auszurottende Aberglaube, daß, wenn es am 27. Juni geregnet hat, dann während der darauf folgenden sieben Wochen jeden Tag wenigstens etwas Regen fällt. Im mittlern Deutschland schwankt in den 34 Tagen vom 28. Juni bis 31. Juli incl. die Zahl der Tage mit mehr oder weniger Regenfall zwischen 11 und 27; die Zahl dieser Tage in der genannten Zeit nach 22jährigem Mittel beträgt 18. Von den 22 Siebenschläfertagen der J. 1860—81 incl. hatten in Leipzig w14 Regen, 8 keinen Regen. Nach den 8 regenfreien Siebenschläfertagen folgten bis 31. Juli im ganzen 147 Regentage, also im Jahre durchschnittlich 18; nach den 14 Siebenschläfertagen, an denen es regnete, folgten bis 31. Juli im ganzen 242 Regentage, also im Jahre durchschnittlich nur 17.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 796Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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