FeedCassianus (Johannes Massiliensis)
ReligionBrockhaus 1882

Cassianus (Johannes Massiliensis), der eigentliche Begründer des eb. im Abendland, trat früh in ein Kloster zu Bethlehem, besuchte mit seinem siedler 5 dem Abt Germanus, im J. 390 die Einsiedler der ägypt. Wüste und dum sich mehrere Jahre unter ihnen auf. Dann am C. nach Konstantinopel, ward von Chrysostomus zum Diakon und Preßbyter geweiht und begab sich nach dessen Sturz 405 nach Rom, um InnocenzI. für ihn zu gewinnen. Von hier ging C. vor 415 Nah dem südlichen Frankreich und. 91550 in der Nähe von Massilia (Marseille) zwei Klöster, eins für Männer und eins für Frauen, deren Vorsteher er wurde. Seine Vorschriften für das mönchische mißt, sind unter K aufzusuchen. Leben enthalten die DDe coenobiorum institutis übri XII). Unterredungen, welche Germanus und C. mit den erfahrensten Mönchen der sketischen Wüste hatten, bieten die «Collationes patrum Sceticorum XXIVo. In dem Streit zwischen Augustinus d.) und Pelagius (s. d.) suchte C. eine Vermitteung in dem Saß, der Mensch könne das Gute ohne die göttliche Gnade nicht vollenden, wohl aber anfangen. Dieser Semipelagianismus fand viel Beifall, trotz der heftigen Gegenschriften von Augustin und Prosper Aquitanus. Zur Bekämpfung des Nestorius (s. d.) schrieb C. die De incarnatione libri VIID. Er starb ums J. 448. Obgleich er nicht unter die Heiligen aufgenommen ist, wird an einigen Orten sein Gedächtnis am 23. Juli gefeiert. Die beste Ausgabe seiner Werke ist von Gazäus (3 Bde., zuletzt Lpz. 1733). Vgl. Wiggers, De Jo. C. Massiliensie (Rostock 1822); derselbe, Versuch einer pragmatischen Darstellung des Augustinismus und Pelagianismuso (2 Bde., Hamb. 1833).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 45Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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