Signatür (lat.), in der Musik, s. Bezifferung. „Signatür (vom lat. signum) heißt überhaupt ein Zeichen, wodurch die Ordnung, der Wert oder der Charakter u. s. w. einer Sache angedeutet werden soll. In der Geschäftssprache heißt S. die Bezeichnung einer Schrift mit einem Namenszuge statt der vollständigen Namensunterschrift, was man in Frankreich Paraphieren nennt. S. nennt man ferner Aufschriften, Zeichen und Marken auf Warenkisten, Fässern, Paketen u. s. w. In der Buchdruckerkunst nennt man S. die schon von dem unbekannten Drucker der Concordantiae bibliorumo des Conradus de Alemannia 1470 angewandte Art der Bezeichnung der einzelnen Druckbogen eines Buchs, woraus sich die Aufeinanderfolge derselben und der Umfang des ganzen Werks erkennen läßt. Die ältere S. geschah durch die 23 Buchstaben des Alphabets, wobei V und W wegfielen; sie wurden bei den ersten 23 Bogen einfach, bei den zweiten doppelt gebraucht u. s. w. Daher gab man auch die Stärke eines Buchs nach den Alphabeten an und sagte z. B.: ein Buch von drei Alphabeten. Jetzt wird die S. durch Ziffern ausgedrückt, welche am Fuße der ersten und dritten Seite stehen. In der Schriftgießerei ist S. ein rundlicher, an der Rückenfläche des Typenkörpers eines S Critgrades g der verschiedenen Sorten