Sigurdsson (Jän), isländ. Philolog, Historiker und Politiker, geb. 17. Juni 1811 zu Rafnseyri im Nordwesten Islands, studierte in Kopenhagen isländ. Philologie, Archäologie und Geschichte und trat bald in Verbindung mit der Arnamagnäanischen Kommission, deren Stipendiat (1835) und Sekretär (1848) er wurde, mit der Isländischen gelehrten Gesellschaft, welcher er als Mitglied beitrat (1836), und dann lange Jahre (seit 1851) als erster Vorstand ihrer Kopenhagener Abteilung diente, endlich mit der Königlichen nordischen antiquarischen Gesellschaft, welcher er seit 1841 als Mitglied, seit 1847 als Mitglied des Komitees für die Herausgabe von Schriftwerken, und in den J. 1847 — 65 als Archivar angehörte. An den Arbeiten aller dieser Gesellschaften nahm S. einen hervorragenden Anteil, und teils in ihrem Auftrage, teils für sich allein oder in Verbindung mit andern lieferte er eine Reihe von Ausgaben älterer und neuerer Quellenschriften, den ersten Band eines isländischen Urkundenbuchs, 17 Bände einer Sammlung isländischer Gesetze und Verordnungen u. s. w. Daneben griff S. auch in die politische Entwickelung seiner Heimat als Abgeordneter und langjähriger Vorsitzender des Aldings sehr bedeutsam ein. Er starb 7. Dez. 1879 in Kopenhagen und liegt auf Island begraben. Vgl. K. Maurer, «Zur polit. Geschichte Islandso (Lpz. 1880).