Egilsson (Sveinbjörn), isländ. Sprachforscher, geb. 24. Febr. (oder 6. März?) 1791 zu Innri-Njardvik im äußersten Südwesten Islands. Der Sohn eines Bauern, aber im Hause des gelehrten und litterarisch sehr regsamen Konferenzrats Magnus demhontert (gest. 1833) erzogen, wurde CE. von dem spätern Stiftspropste und Titularbischof Arni Helgason (gest. 1869) unterrichtet und bezog 1814 die Universität Kopenhagen, wurde 1819 zum Adjunkt an der isländ. Lateinschule zu Bessastadir ernannt, und gleichzeitig mit deren Verlegung nach Reyljavik (1846) zu deren Rektorat berufen, nachdem er inzwischen (1843) von der Universität Breslau zum Ehrendoktor der Theologie gemacht worden war. Er trat 1851 in den Ruhestand und starb bereits ein Jahr später (17. Aug. 1852). Schon frühzeitig wandte E. neben seinen theol. und klassischen Studien sein Augenmerk der vaterländischen Litteratur zu. Er gehörte zu den Stiftern der isländ. Litterarischen Gesellschaft Eslenzka bökmentafélag, 1816), sowie der königl. nordischen Antiquarischen Gesellschaft (Kgl. nordiske Oldskrift-Selskab, 1825) und nahm an der Leitung beider Gesellschaften sowie an der Förderung ihrer gelehrten Arbeiten den regsten Anteil, während er zu-Keio in den Programmen der Lateinschule eine eihe von Quellentexten herausgab und erklärte, oder auch isländ. übersetzungen klassischer Litteraturwerke veröffentlichte. Selbst ein gewandter Dichter, gab er überdies die Gedichte seines Schwiegervaters, Benedikt Gröndal (gest. 1825), heraus, u. dgl. m. Seine Hauptstärke lag in der gründlichsten Kenntnis der altnord. Dichtungen und ihrer vielfach dunkeln Sprache; sein Hauptwerk ist das auf Kosten der Königl. nordischen antiquarischen Gesellschaft in den J. 1854—60 erschienene Lexicon poëticum antiquae linguae septentrionaliso, ein unentbehrliches Hilfsmittel für jeden, der das Studium der altnord. Sprache und ihrer ältern Litteratur betreiben will. Ein Verzeichnis der Schriften E.s findet man in Erslews «Supplement til Almindeligt Forfatter-Lexicono (Bd. 1, 1858), in der ausführlichen Lebensbeschreibung E.s, welche Jön Arnason einer unvollendeten Ausgabe seiner Werke beigegeben hat (Rit Sveinbjarnar Egilssonar, Bd. 2), und teilweise auch in einem kürzern Lebensabrisse, welchen Jön Sigurdsson dem Lexicon poëticumo voranschickte. [busen.