FeedMagnusen (Finn)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Magnusen (Finn), hervorragender nordischer Archäolog, geb. 27. Aug. 1781 zu Skalholt auf Island, studierte in Kopenhagen, war dann Advokat in Island, bis er 1812 wieder nach Kopenhagen Im wo er 1815 zum Professor ernannt wurde. Im J. 1819 erhielt er den Auftrag, üher die altnordische Litteratur und Mythologie Vorlesungen zu halten. Nachdem M. schon zum zweiten Teile der großen, von der Arna-Magnäanischen Kommission besorgten Ausgabe der ältern Edda (1818) die Probe eines Glossars und mehrere Indices geliefert, gab er zum dritten Teile (1828) ein auch einzeln erschienenes mytholog. Lexikon und altnordisches Kalendarium (Priscae veterum Borealium mythologiae lexicon et gentile calendariumo). Insbesondere aber bekundete er seine histor. mytholog. Forschungen in den beiden großen Werken: „Den celdre Edda, oversat og forklarete (4 Bde., Kopenh. 1811—23) und der vom Standpunkte der vergleichenden Mythologie aus unternommenen Darstellung: «Eddalaeren og dens Oprindelsey (4 Bde., Kopenh. 1824—26). In Verbindung mit Rafn (f. d.) bearbeitete M. «Grönlands historiske Mindesmärkero (3 Bde., Kopenh. 1838 45). Im J. 1841 veröffentlichte er sein Runenwerk Runamo og Runerney, worin er eine in Versen abgefaßte Runeninschrift auf die Bravallaschlacht entzifferte, die sich in der schwed. Landschaft Blekingen finden sollte, sich aber bei erneuerter Untersuchung durch den dän. Gelehrten Worsaae im J. 1842 als eine Reihe von natürlichen Felsspalten ergab. M. starb zu Kopenhagen 24. Dez. 1847.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 345Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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