FeedSilberberg
ErdkundeBrockhaus 1882

Silberberg, Gebirgsstadt und ehemalige Fewen im preuß. Regierungsbezirk Breslau, 12½ E6m westlich von der Kreisstadt Frankenstein und 15 km im Nordosten von Glatz, am Fuße des Spitzbergs und am nördl. Abhange des Eulengebirgs, 1390 m über dem Meere gelegen, hat eine evang. und eine kath. Pfarrkirche und zählt (1885) 1511 E., die eine große Uhrenfabrik (in den ehemaligen Kasematten der Festung), Leistengarnfabriken und Webereien unterhalten. Die Stadt verdankt Namen und Entstehung dem Bergbau, der hier 1370 von meißener und reichensteiner Bergleuten auf Silber und Blei eröffnet wurde, aber während des Dreißigjährigen Kriegs zum Erliegen kam. Die 1750, 1812 und 1868 gemachten Versuche, ihn wieder aufzunehmen, blieben ohne Erfolg. Die von Friedrich II. 1765— 77 mit einem Kostenaufwande von 4½ Mill. Thlr. unmittelbar über der Stadt angelegte Festun Silberstein wurde 1860 aufgegeben und, mit Ausnahme des Donjons, mehr oder weniger geschleift. Die Festung S. wurde nie erobert, nur seit dem 1. Juli 1807 von den Bayern und Württembergern, welche die Stadt in der Nacht zum 29. Juni erstürmt hatten, beschossen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 822Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6