Silbermann (Gottfried), berühmter Orgel-und Klavierbauer, geb. zu Klein-Bobritsch bei Frauenstein in Sachsen 14. Jan. 1683, lernte die Orgelbaukunst bei seinem ältern Bruder in Straßburg und starb in Dresden 4. Aug. 1753. Zu seinen berühmtesten Orgeln gehören die der kath. Kirche in Dresden von 45 Stimmen, die in der Frauenkirche von 43 und in der Sophienkirche daselbst von 31 Stimmen, in der Peterskirche zu Freiberg von 32 Stimmen, die zu Pönitz von 27 Stimmen, in der St. Georgenkirche zu Rötha von 23 Stimmen und die Orgel im Straßburger Dom. Die von S. erbauten Klaviere waren so haltbar, daß z. B. Philipp Emanuel Bach 45 Jahre lang eins derselben benutzt hat. Er erfand 1740 das Cembal d'amour, welches sich vor dem damals gebräuchlichen Clavichord durch eine größere Klangfülle auszeichnete. Die größte Anerkennung aber verdient S. als Erfinder der Hammermechanik. Von seinen Neffen wurde der älteste, Johann Andreas S. (geb. zu Straßburg 2. Juni 1712, gest. 11. Febr. 1783), als Orgelbauer und der jüngste, Johann Heinrich S., als Pianofortebauer berühmt.