Haydn (Joh. Michael), Komponist, des vorigen Bruder, geb. zu Rohrau 14. Sept. 1737, gelangte ebenfalls seiner musikalischen Anlagen und besonders seiner schönen Sopranstimme wegen als Chorknabe an die Stephanskirche nach Wien und erhielt hier gründlichen Musik⸗ und Schulunterricht. Als schon anerkannt tüchtiger Komponist und Orgelspieler kam er 1763 nach Großwardein als Musikdirektor des dortigen Bischofs, und fünf Jahre Ammt ging er als erzbischöfl. Konzertmeister und usikdirektor nach Salzburg, in welcher Stellung er auch, bei nur dürftigem Gehalt, bis zu seinem am 10. Aug. 1806 erfolgten Tode blieb. Einige Jahre vor seinem Ableben war er noch einmal in Wien, durfte hier mehrere seiner größern Kirchensachen vor dem Hofe aufführen und erhielt vom Fürsten Esterhäzy den Titel als Kapellmeister. H. bewies sich als tüchtiger Komponist besonders im Fache der Kirchenmusik, in der ihm sogar sein Bruder Joseph und Mozart mit Rücksicht auf seinen soliden Tonsatz den Vorrang über sich einräumten. Die Zahl seiner Kirchenkompositionen ist sehr phonken A und außerdem verfaßte er noch Symphonien, Kammermusiksachen u. s. w.