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ErdkundeBrockhaus 1882

Siüt, Assint, kopt. Saüd, die jetzige Hauptstadt Oberägyptens, das alte Lycônpolis (d. i. Wolfsstadt), unweit links vom Nil in reizender und ungemein fruchtbarer Gegend auf der westl. Seite des Thals 45 meüber dem Meere gelegen, südl. Endpunkt des ägypt. Eisenbahnnetzes, ist gut gebaut und zählt (1882) 31 575 E., die viel Gewerbthätigkeit entwickeln. Die Stadt ist Sitz eines Paschas, eines kopt. Bischofs, sowie eines deutschen Konsularagenten, hat einen Palast des verstorbenen Vizekönigs Ibrahim Pascha, zwei schöne Moscheen, eine große Baumwollspinnerei der Regierung, ein weitläufiges Regierungsmagazin für die in der Provinz erhobenen Bodenprodukte und eine amerik. Missionsschule. Als Hauptstation für die Karawanen aus Nubien und dem östl. Sudan unterhält S. noch immer einen bedeutenden Handel, der sich his ins Innere Afrikas erstreckt. Beliebt sind in Agypten die roten und schwarzen Thonwaren des Ortes (vorzüglich Pfeifenköpfe) und die Sattlerarbeiten jeder Art, die namentlich nach Centralafrika Absatz finden, ferner die hier gefertigten Fächer aus Straußenfedern und Elfenbeinschnitzereien. S. war schon im Altertum bedeutend, jedoch ohne hervorragende Monumente und ist archäologisch nur durch seine Nekropole und die Menge von Mumiengräbern des hier verehrten Wolfes in den Felsen der westlichen Libyschen Bergkette bemerkenswert. Das unmittelbar am Nil unter Palmenhainen und Sykomorengruppen gelegene Dorf El-Hamra ist der Hafen von S. und mit der Stadt durch einen Damm verbunden. Die Mudiriyeh S. zählt mit Einschluß der Oasen Chargeh und Dachel auf 2174,6 quem (1882) 583 596 C.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 852Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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