Gaza, Ghaza (arab. Ghazzeh), offene Stadt und Sitz eines Paschas im südwestlichsten Teile Syriens, der letzte Ort auf dem Wege von Palästina nach Agypten, 7 Km vom Meere, wo einst ihr —4 ajuma (später Constantia) sich befand, art an der Wüste auf einem Hügel inmitten reicher Oliven⸗ und Obstgärten gelegen, die von Kaktushecken umschlossen und von Palmen übergrünt werden, zählt mit den Vorstädten 16 000 CE., ein Gemisch von Türken, Arabern, Agyptern und Syriern, meist 527 Dit Lat h nebst einigen hundert Christen. Der Ort hat sieben Moscheen, großenteils aus alten Bauresten (wie die Hauptmoschee mit Prachtsäulen aus einer christl. Kirche) hergestellt, verschiedene Regierungsgebäude, eine prot. Schule, backsteinerne Häuser, enge Straßen, aber eräumige und wohlbesetzte Bazars voller Datteln, Feigen, Oliven, Linsen u. s. w. G. ist sehr belebt und verrät ziemlichen Wohlstand infolge der wichtigen Lage als notwendiger Durchgangspunkt zwischen Syrien, Palästina, Arabien und Agypten und als Markt für die von den Beduinen den Mekka-Karawanen abgenommenen Waren. Außer dem Handel gewähren auch Seifensiedereien, Baumwollmanufakturen, Seidenzucht, Obst⸗, Wein⸗, Oliven⸗ und Tabaksbau ansehnlichen Erwerb. G. war schon zur Zeit der Eroberung Kanaans durch die Israeliten eine wichtige Stadt und ist, als Grenzfestung, häufig das Streitobjekt in Kriegen gewesen; der Perserkönig Kambyses sammelte dort das große Heer, mit dem er Agypten eroberte. Die Stadt gehörte ursprünglich den Philistern und war die südlichste der fünf Städte derselben, spielte in der Geschichte Simsons eine große Rolle und wurde dann dem Stamme Juda zuteil, bei dem sie auch nach manchen Wechselfällen in den zwischen den Israeliten und Philistern geführten Kriegen blieb. G. wurde um 606 v. Chr. von dem ägypt. König Necho erobert, dann vom Perserkönig Cyrus, ferner 333 v. Chr. nach zweimonatlicher Belagerung von Alexander d. Gr., 315 von Antigonus, dessen Sohn Demetrius 312 durch den ägypt. König Ptolemäus Lagi hier eine große Niederlage erlitt, 96 von dem Makkabäer Alexander Jannäus nach 12monatlicher Belagerung erobert und geschleift, später aber von Pompejus durch den Statthalter Gabinius wieder aufgebaut, wahrscheinlich nicht an der alten Stelle; Kaiser Octavian schenkte G. dem Herodes. Die rebellischen Juden nahmen die Stadt 65 n. Chr.zein, welche Konstantin d. Gr. wieder aufbauen ließ und zum Sitz eines Bischofs machte; sie wurde zur röm. Provinz Syrien gelegt, war ein berühmter Sklavenmarkt und hielt länger als andere Städte am Heidentum fest. Sodann eroberten G. 634 die Araber unter Amru. Von Bedeutung ward die Stadt wieder in den Kreuzzügen. Sie wurde 1100 von den Kreuzfahrern, 1152 und 1187 von Saladin erobert. Vor ihren Mauern erlitten 1239 die Kreuzfahrer und abermals 18. Okt. 1244 die drei Ritterorden durch die Chowaresmier, sowie 19. Juni 1280 der Emir von Damascus durch die Agypter, und in der Nähe 28. Okt. 1516 die Mamluken durch die Türken eine große Niederlage. G. wurde 1771 von dem rebellischen Ali-Bei und 25. Febr. 1799 von den Franzosen unter Kleber erobert. Vgl. Stark,