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ErdkundeBrockhaus 1882

Siwäs, armenisch Sjewast, Hauptstadt des gleichnamigen türk. Vilajets und eines Sandschaks in Kleinasien, nahe rechts vom obern Kysyl-Irmak (Halys), gegenüber der Einmündung des Terkel in denselben, in gesunder und getreidereicher Hochebene, zählt etwa 50000 E. und hat große Bazare, zahlreiche Chane, Baumwollweberei und Färberei, sowie ansehnlichen Transitohandel. S. entstand unter dem Namen Sebastia im Beginn der röm. Kaiserzeit, gehörte zunächst zu Pontus, war seit dem 4. Jahrh. Hauptstadt der Provinz Armenia I, seit Justinian I. der Provinz Armenia II, vom 9. bis 11. Jahrh. des byzant. Thema Sebastea, wurde um 1080 von Danischmend erobert und gehörte hierauf den Seldschuken von Rüm (Iconium), den mongol. Ilchanen von Iräk und Ende des 14. Jahrh. zum Reich des Burhäneddin. Im J. 1401 wurde die Stadt durch Timur nach 18tägiger Belagerung zur Ergebung gezwungen; von den Verteidigern von S. wurden 4000 armenische Reiter durch den Mongolenchan lebendig begraben und des osman. Sultans Bajesid tapferer Sohn Ertoghrul hingerichtet. In byzant. Zeit war S. Sitz eines Metropoliten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 853Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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