FeedSklavenkriege
GeschichteBrockhaus 1882

Sklavenkriege nennt man diejenigen Kriege, welche die Römer in den spätern Zeiten der Republik mit aufständischen Sklaven, welche sich zu ganzen Heeren zusammengerottet hatten, führen mußten. Der erste war der Krieg in Sicilien, welcher, schon längere Zeit vorbereitet, 135 zum Ausbruch kam und erst 132 niedergeworfen wurde. (S. Eunus.) Der zweite mußte ebenfalls in Sicilien geführt werden, wo 104 v. Chr. die Sklaven zuerst im Innern der Insel unter einem Sklaven, der sich König Tryphon nennen ließ, und dann 103 unter einem cilicischen Räuberhauptmann Namens Athenion, der als Sklave nach Sicilien verkauft worden war, auf der Westküste der Insel sich erhoben. Da Athenion klug genug war, sich Tryphon formell unterzuordnen, bis dieser 102 v. Chr. starb, behaupteten sie sich ebenfalls, obgleich sie 103 in einer Schlacht besiegt wurden, jahrelang gegen die Römer. Endlich wurden sie von Manius Aquillius als Konsul und Statthalter nach zweijährigen harten Kämpfen niedergeschlagen. Vgl. Klein, Die Verwaltungsbeamten der Provinzen des röm. Reichso (Bd. 1, Abteil. 1:«Sicilien und Sardinienv, Bonn 1878). Der Schauplatz des dritten S., der 73—71 v. Chr. geführt wurde, war Italien. Derselbe heißt auch Gladiatoren-oder Fechterkrieg, weil den Kern empörten Sklaven Gladiatoren bildeten. Der Hauptanführer war Spartacus (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 863Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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