Solingen, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, liegt auf einer Anhöhe unfern der Wupper, durch Zweigbahn nach Ohligswald mit der Linie Haan-Deutz der Preußischen Staatsbahnen verbunden, ist Sitz eines Landratsamts, eines Amtsgerichts, eines Gewerbegerichts, einer Handelskammer und einer Reichsbanknebenstelle, hat eine kath. und zwei evang. Kirchen, eine Synagoge, ein Realprogymnasium und zählt (1885) 18643 meist prot. E. S. mit seinen kuugetungen ist der Sitz wichtiger Stahl- und Eisenwarenfabriken, denen in Bezug auf Schwert⸗ und Scherenfabrikation keine, in den übrigen Zweigen nur die engl. Fabriken an die Seite gestellt werden können. Im Kreise S. sind in mehr als 3700 Werkstätten gegen 30000 Arbeiter mit Produktion von Klingen, Messern, Scheren, Zuckerformen, Stiefeleisen, Stahlrahmen, Feilen, Revolvern, Schirmgestellen und Metallwaren verschiedener Art, zum größten Teil von anerkannter Vorzüglichkeit, beschäftigt. Schon im frühen Mittelalter waren die Solinger Klingen berühmt. Sie werden jetzt in die entferntesten Länder versandt, und es dürfte kaum ein Kriegsheer bestehen, das nicht wenigstens zum größern Teil mit Solinger Waffen armiert ist. Die sog. echten Damascenerklingen werden von mehrern Meistern in S. in höchster Vollkommenheit geschmiedet. — Der Kreis Solingen zählt (1885) auf 294 akm 115443 CE.