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ErdkundeBrockhaus 1882

Solothurn (frz. Soleure, lat. Solodurum), Hauptstadt des gleichnamigen schweiz. Kantans, liegt 429 meüber dem Meere, 33 km nördlich von Bern zu beiden Seiten der Aare, über welche hier drei Brücken führen, am Südfuß des Jura und zählt (1880) 7668 meist kath. C. (1912 Reformierte), deren Haupterwerbsquellen neben allerlei Kleingewerbe die Uhrmacherei und die Ausbeutung der berühmten Solothurner Steinbrüche bilden. Als Mittelpunkt einer sehr fruchtbaren Gegend und Knotenpunkt dreier Bahnlinien (s. Solothurn, Kanton) besitzt S. lebhaften Verkehr und Produktenhandel. Die Stadt, teilweise noch von Türmen und Wällen umschlossen, ist sauber und freundlich gebaut mit breiten Straßen. Von den öffentlichen Gebäuden sind zu erwähnen das Rathaus, der uralte Marktturm, das Zeughaus mit reicher Waffen- und Bant. das Theat das Amtshaus, die Kantonalbank, das Theater, die Kantonsschule mit der Kantonsbibliothek, die bischöfl. Residenz. Außerdem besitzt S. 4 Klöster und 11 Kirchen, von denen die 1762—73 von dem tessiner Architekten Pisoni im florentiner Stil erbaute St. Ursuskathedrale mit 60 m hohem Turm die bemerkenswerteste ist. In der reizenden mit Villen und Landhäusern übersäeten Umgegend sind die bekanntesten Punkte das Dorf Zuchwyl, in dessen Kirchhof das Herz Kosciuszkos (gest. zu S. 1817) beigesetzt ist, die Felseneinsiedelei St. Verena in einer Schlucht des Jura, die Irrenanstalt Rosegg und der Aussichtspunkt und Kurort Weißenstein (s. d.). Vgl. Hartmann, «S. und seine Umgebungy (Soloth. 1885).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 915Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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