Baden-Baden bisweilen 0 Oberbaden, in der Schweiz zum Unterschiede von Baden im Wallis (Leuk) meist Niederbaden genannt, Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks des schweiz. Kantons Aargau, liegt 383 m über dem Meere auf dem linken Ufer der Limmat, zählt (1880) 3692 E. (worunter 996 Protestanten und 177 Israeliten) und besitzt eine kath. und eine prot. geoder eine Synagoge, ein reiches Spital, ein großes Schulhaus, ein Rathaus, eine alte gedeckte Brücke über die Limmat und zwei Bahnhöfe der hier sich kreuzenden Nordostbahnlinien arau-Brugg-Zürich und Aarau-Lenzburg-B.⸗Bülach. In der engen Klus, mit welcher hier die Limmat den südlichsten Kamm des ostschweiz. Jura, die Lägern 862 m, durchbricht, zwischen Fluß und Berg eingezwängt, vom Schloßberg 459 m mit der Ruine der Burg Stein überragt, bietet die Altstadt mit ihren zahlreichen Türmen einen malerischen, altertümlichen Anblick dar. Durch eine prächtige Platanenallee, zu beiden Seiten mit freundlichen Wohnhäusern und Villen besetzt, wird sie mit den etwa 700 meentfernten Bädern verbunden, denen B. seinen Namen verdankt. Dieselben liegen nördlich von der Stadt, 350 m über dem Meere zu beiden Seiten der Limmat, und war auf dem linken Ufer die großen, auf dem vechten in Ennetbaden, durch eine Gitterbrücke mit jenen verbunden, die kleinen Bäder. Die 21 Quellen, welche hier teils am Limmatufer, teils im Flußbette entspringen, liefern in der Minute durchschnittlich 720 1 Wasser von eigentümlich salzigem Geschmack, leichtem Geruch nach Schweselwasserstoff und einer Temperatur von 46 — 487 C. Schon den Römern als Aquae Verbigenae bekannt, werden die muriatif ch-erdigen Schwefelthermen von B. seit alter Zeit mit Erfolg namentlich gegen gichtische, rheumatische und skrofulöse Leiden angewendet. Die Zahl der jährlichen Aufnahn beträgt durchschnittlich 13000. Zu ihrer Aufnahme stehen 20 meist vorzüglich eingerichtete Gasthöfe mit über 500 Bädern bereit. Das Kurhaus (Kasino), ein 1873 errichteter Renaissancebau mit Kursaal, Lesesaal, Theater, Park u. s. w., ist der Mittelpunkt des geselligen Lebens. Die anmutige, wald⸗ und rebenreiche Umgebung bietet Gelegenheit zu hübschen Spaziergängen und Ausflügen (Schloßberg, Baldegg, Lägern). Wie die hier gefundenen röm. Altertümer beweisen, war B. schon im Altertum ein WBeilgleller Platz, welchen Tacitus als einen seiner Heilquellen wegen vielbesuchten Kurort bezeichnet. Die röm. Thermopolis lag aber nicht an der Stelle der jetzien Stadt, sondern bei den Quellen, und erst nachem dieselbe um 260 von den Alamannen zerstört worden, wurde die Ansiedelung aus dem offenen Thalkessel in die Klus der Limmat zwischen der Lägern und dem Schloßberge verlegt und an der Stelle des röm. Kastells auf dem letztern der „Stein zu B.v erbaut, der, zuerst Sitz der Grafen von B., in den Besitz der Grafen von Lenzburg, Kyburg und Habsburg überging und im 13. und 14. Jahrh. den Herzogen von Osterreich gen als Waffenplatz und Hoflager diente. Die Eidgenossen eroberten 1415 mit dem übrigen Eindt auch B., der Stein wurde verbrannt, die Stadt und Grafschaft kamen als Vogtei unter gemeineidgenössische Herrschaft, und von 1424—1712 ielten die Eidgenossen hier ihre Tagsatzungen. n diese Periode fallt die Blütezeit B.s als Kurort; es war damals das bekannteste und besuchteste Bad Europas und nach den Schilderungen. des gelehrten Forentiners oggio im 15. und des Franzosen Merveilleux im 17. Jahrh. war das