Sonntagsschulen (auch Feiertags-Wiederholungsschulen genannt) haben die Aufgabe, die mangelhaft gebliebene Volksschulbildung zu ergänzen. In ihnen werden Sonntags Lehrlinge, Dienstboten, jugendliche Fabrikarbeiter im Lesen, Schreiben, Rechnen und in der Religion unterrichtet. Der Ursprung der S. ist bis auf das Tridentiner Konzil zurückzuführen, und im 16. und 17. Jahrh. finden sich in Belgien, Italien und auch in Deutschland solche Anstalten, freilich allein oder doch vorzugsweise für religiöse Unterweisung, selten nebenher für den Unterricht im Lesen. Die S. im heutigen Sinne stammen aus England, wo zuerst 1782 der Buchdrucker Rob. Raikes zu Gloucester für den Unterricht der Kinder der Armen und der Fabrikarbeiter am Sonntag Veranstaltungen traf. Das Sonntagsschulwesen ist dort feitdem so in Aufnahme gekommen, daß jetzt von mehr als 300000 Lehrern 2½ Mill. Sonntagsschüler unterrichtet werden. Die englischen S. befassen sich aber fast nur mit religiöser Unterweisung. Da den ältern Schülern dabei zur Pflicht gemacht wird, Sonntags zweimal den Gottesdienst zu besuchen, so erhält die ganze Sache einen starken Anstrich kirchlicher Propaganda. Nächst England haben sich die S. hauptsächlich in den Vereinigten Staaten von Amerika verbreitet. Weniger Eingang fanden sie in Deutschland, weil hier die Bildung der Jugend in Werktagsschulen besser ist. Doch bestehen sie auch hier seit langer Zeit, in Württemberg seit 1695, in Baden seit 1754, in Preußen seit 1763, in Bayern und Sachsen seit dem Anfang des 19. Jahrh. Wo sie in Deutschland zur Einführung gelangt sind, befassen sie sich im Gegensatz zu den englischen meist nur mit weltlichem Unterricht und bieten für Lehrlinge, Gesellen u. s. w. eine treffliche Gelegenheit zur Wiederholung, Befestigung und Erweiterung des in einer niedern Volksschule Gelernten. Seit die Fortbildungsschulen (s. d.W entstanden sind, haben die S. freilich an Interesse verloren und die Schülerzahl derselben hat hier und da sehr abgenommen. Die religiösen S. aber haben an Zahl bedeutend zuge—⸗ nommen. Schon 1870 hatte Deutschland 145 solcher Gruppensonntagsschulen mit 1860 Lehrern und 22 988 Kindern. Vgl. Quandt, Die christliche S. v (2. Aufl., Berl. 1868); Prochnow, Die S.v onöra, der nordwestlichste Staat d Mexiko, sowie der n und am duseen bevölkerte dieses Bundesstaats, im O. an Chihuahua, im SO. an Sinaloa, im SW. und W. an den Meerbusen von Californien, im N. an das Territorium Arizona der Vereinigten Staaten grenzend, hat 200845 akm und zerfällt in neun Distrikte: Ures, Hermosillo, Guaymas Alamos, Sahuaripa, Moctezuma, Arizpe, Altar und Magdalena. Die Gesamtbevölkerung betrug (882 nur 143924 Seelen, darunter mehr als drei Viertel iegen, hier und da von einzelnen niedri äufig durch tiefe Schl Ber bäufig mein chluchten geschiedenen Berg⸗ und aber, besonders im Nordwesten, sehr landig und wasserarm sind. Die bedeutendsten Flüsse sind der Rio Mayo, der Rio Haqui, der 360 km lange Rio de S., der auf Pimeria-alta 5t. dei e erst südwärts über Arizpe und Ures fließt, bei Hermosillo den Rio Dolores aufnimmt, sich westwärts wendet und einige Stunden von Hermosillo in einer von tiefem Sand umgebenen Lagune verliert. Hierzu kommen noch der Rio Caborca oder de la Asuncion und der untere Rio Colorado an der Nordwestgrenze. Das Klima ist durchgängig heiß, besonders in den dem Meere benachbarten Gegenden, aber, mit Ausnahme der sumpfigen Küstenstriche, gesund. Der Feldbau erweist sich da, wo es dem Boden nicht zu sehr an der Feuchtigkeit fehlt, sehr lohnend und liefert hauptsächlich Mais, guten Weizen, Gerste, Hülsenfrüchte, sowie die meisten mexik. und europ. Gemüse, auch Baumwolle und Tabak. Durch die kath. Missionare wurde auch der Anbau der europ. Obstsorten und Südfrüchte mit Erfolg eingeführt. Ebenso gedeiht der Weinstock, sowie an einzelnen Punkten Zuckerrohr, Kaffee, Kakao, Pfeffer und Zimt. Die gut angebauten Teile des Staats liegen in den fruchtbaren Thälern des Rio Sonora, Oposura, Sant-Ignacio und Yaqui. Die Viehzucht, die einst Hauptnahrungszweig der Bevölkerung und besonders große Mengen Rindvieh und das berühmte Rindfleisch von Pitic (Hermosillo) lieferte, ist neuerdings durch die wachsenden Räubereien der Apaches im ganzen Staate sehr zurückgegangen. Die Berge enthalten reiche Lagerstätten an edeln Metallen, Kupfer und Blei, und fast alle Flüsse führen Waschgold. Der Bergbau ist jedoch von geringer Bedeutung, schon wegen der Unsicherheit der früher bearbeiteten Grubenreviere; 1870 waren 144 Minen im Betrieb. Die Industrie der Bewohner beschränkt sich auf die gewöhnlichen Handwerke. Der auswärtige Handel, für welchen der Hafen von Guaymas eröffnet ist, hat jetzt einen jährlichen Wert von 2—3 Mill. Pesos in der Ein⸗ und Ausfuhr. Verhältnismäßig bedeutend ist der Küstenhandel mit Mazatlan, San-Blas und Acapulco. Im Norden und Osten des Staats leben noch unbezwungene Indianerstämme, darunter die durch ihre Raubzüge berüchtigten Apaches. Die Hauptstadt ist jetzt Ures (s. d.) am Rio Sonora. Der Hauptseeplatz ist Guaymas (s. d.). Der volkreichste Ort und die frühere Hauptstadt ist Hermosillo (s. d.).