Spangenberg (Gustav Adolf), Historienmaler, geb. 1. Febr. 1828 zu Hamburg, besuchte die Zeichenschule in Hanau, ging 1849 nach Antwerpen und lebte 1851—57 in Paris. Er reiste dann nach Rom und siedelte 1858 nach Berlin über, wo er Mitglied und Professor der Akademie ist. S. malte eine Anzahl teils der Geschichte, teils der deutschen Volkssage entnommener Kompositionen, wobei er eine eigentümlich herbe, beinahe trockene Auffassung und Behandlung der Stoffe beweist, aber gewissenhaft zeichnet und durch ein ernstes Gedankenmoment fesselt. Das Studium der großen deutschen Meister des 16. Jahrh. dient sAnem Können als Basis. Werke dieser Art sind der Rattenfänger von Hameln, Walpurgisnacht, Frau Holle, ferner mehrere Lutherbilder: Luthers Hausmusik, Luther tritt in Worms ein, Luther, die Bibel übersetzend (berliner Museum), Luther und Melanchthon u. s. w. Ein phantastisches Gemälde schuf S. 1876 mit seinem Zug des Todes (ebenfalls im Museum zu Berlin). Seit 1883 arbeitet er an einem Cyklus Wandbilder für die Treppenhalle der Universität in Halle.