FeedHändler (Paul)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Händler (Paul), Historienmaler, geb. 16. März 1833 zu Altenweddingen bei Magdeburg, lernte an den Kunstschulen in Berlin und Düsseldorf und kam 1853 zu Julius Schnorr nach Dresden, dessen Bibel ihn zu ähnlichem Streben angeregt hatte. In Schnorrs Atelier bis 1858 thätig, unternahm er sodann Studienreisen nach Rom und Paris, verweilte hierauf von neuem in Düsseldorf und kehrte 1860 nach Dresden zurück, wo er anfing für kirchliche Zwecke in monumentalem Stile zu schaffen. Im J. 1867 wandte er sich nach Berlin, wurde daselbst Lehrer an der Akademie und 1883 Professor. Als Historienmaler auf dem religiösen Gebiete ist H. vielseitig thätig, besonders für Altarbilder, Kartons für Glasgemälde und Wanddekoration. Von der großen Zahl seiner Werke seien hervorgehoben: die Entwürfe der Glasfenster für das Mausoleum des Prinz-Gemahls von England in Windsor Castle (1866), kreuztragender Heiland, Altarblatt für die Garnisonkirche in Posen (1867), die Schiffahrt des heil. Paulus, Olgemälde im Privatbesitz zu Braunschweig (1868), Eece homo für den Verein für christl. Kunst in Berlin (1872), Christus mit Petrus auf dem Meere, für eine Kirche zu Kolberg (1876), Wandgemälde für das Gymnasium in Magdeburg: Paulus predigt den Athenern, und die Verbrennung der päpstlichen Bulle zu Wittenberg (1881 —83). Auch das realistische Genre und die Illustration hat er gepflegt, ein Schlachtenbild, der Sieg bei Möckern, entstand 1864.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 808Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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