FeedMartersteig (Friedrich)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Martersteig (Friedrich), Historienmaler, geb. 11. März 1814 zu Weimar, besuchte das dortige Zeicheninstitut und ging 1829 auf die Akademie in Dresden, 1834 nach Düsseldorf, wo Hildebrandt und Schadow auf ihn Einfluß hatten; 1838 — 48 lebte er in Paris und schloß sich hier an Delaroche und Ary Scheffer an. Die hervorragendsten seiner in Paris entstandenen Gemälde stellen Scenen aus dem Leben Luthers, des Huß, aus dem deutschen Kriege dar. Im J. 1848, wo er Mitglied der berliner Akademie wurde, begab er sich nach Deutschland zurück, malte zuerst in der Wartburg eine Scene aus dem Leben der heil. Elisabeth und ließ sich dann in Weimar nieder, wo er eine Stelle als Professor des Zeichnens annahm und seine Thätigkeit als Historienmaler fortsetzte. Auch jetzt bevorzugte er Stoffe aus der Religions⸗ und Reformationsgeschichte, wie Savonarola (sieben Kartons), der Auszug der Protestanten aus Salzburg, Thomas Münzers Hinrichtung, Luther in Worms, dann sechs Bilder aus Ulrich von Huttens Leben, versuchte sich endlich aber auch in modernen Themen, wie Hermann und Dorothea, Cyklus aus dem Leben Theodor Körners. M.s Stärke liegt namentlich auf dem Gebiet der Charakteristik und in der Wahrheit der Darstellung, weniger auf koloristischem Gebiet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 490Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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